Rezept für Winter-Apfel-Tartelettes mit Zimt und Ahornsirup

Wärmende Winterapfel-Tartelettes

Es schneit draußen. Der Ofen ist an und es duftet herrlich winterweihnachtlich nach Äpfeln, Zimt und Nüssen. An kalten Dezembertagen schmecken die wärmenden Winterapfel-Tartelettes besonders gut.

Rezept für Winter-Apfel-Tartelettes mit Zimt und Ahornsirup

Mmmh… wärmende Winterapfel-Tartelettes.

Es gibt in meiner Küche fast immer ein bis zwei Äpfel, die ich nicht rechtzeitig gegessen habe und die schon ein bisschen weich und runzlig sind. Solche Äpfel könnt ihr in den kalten Monaten waschen, an eine Schnur binden und in einen Baum hängen, damit sich die Vögel freuen, Apfelmus einkochen oder wunderbar damit backen! So findet das vergessene Obst doch noch eine leckere Verwendung.

Mir gefallen die Winterapfel-Tartelettes so gut, weil sie wie eine richtige kleine Tarte aussehen und man ganz alleine eine ganze essen kann, ohne ein allzu schlechtes Gewissen zu haben. Denn die kleinen Tartelettes sind gerade so groß wie ein einziges Kuchenstück. Die Keramik-Förmchen habe ich in dem winzigen Backladen AMON in Würzburg gekauft, in dem sich die Backutensilien, Zutaten, Gläser, Kochlöffel und Brautpaare aus Wachs und Zucker bis unter die Decke stapeln. Support your local Küchenfachgeschäft und kauft eure kleinen Schätze unbedingt dort! Meine sind von „Küchenprofi“ und haben einen Durchmesser von 12 Zentimetern und kosten unter 4€ pro Stück.

Also ran an die Zutaten und Schürze an: Lass‘ uns anfangen!

Rezept für Winter-Apfel-Tartelettes mit Zimt und Ahornsirup

Perfekte Mischung für kalte Winternachmittage: Äpfel, Zimt, Nüsse und Ahornsirup.


REZEPT FÜR ZWEI WÄRMENDE WINTERAPFEL-TARTELETTES

Was du brauchst:

Für den Teig

1 kleinen Apfel, der schon lange in deiner Küche liegt und die besten Tage hinter sich hat
25g Margarine oder Butter für den Teig und etwas Margarine oder Butter zum Einfetten der Formen
20g Zucker
5g Vanillezucker
1 kleines Ei
50g Mehl
1/4 TL Backpulver
10g gemahlene Haselnüsse und noch ein kleines bisschen mehr zum Bestreuen der Formen
1 klitzekleines bisschen Zitronen- oder Orangenschale (oder 1-2 Tropfen Backaroma)
eine Messerspitze Zimt
1 kleine Prise Salz
1-2 EL Milch

Zum Schluss für Obendrauf

Ahornsirup
Zimt
Puderzucker
Walnüsse

Wie du es machst:

  1. Heize deinen Ofen auf etwa 160°C Umluft/180°C Ober- und Unterhitze vor.
  2. Während du deine Zutaten zusammensuchst, hole schon mal die Margarine oder die Butter und das Ei aus dem Kühlschrank, damit sie ein bisschen warm mit dir werden können.
  3. Schäle den Apfel und schneide ihn in feine Spalten von etwa 5mm Dicke am äußeren Rand.
  4. Gib die Margarine oder Butter in eine kleine Rührschüssel und ein kleines bisschen in jedes deiner Förmchen.
  5. Verteile die Margarine oder Butter in deinem Förmchen (du kannst sie auch ganz kurz in den Ofen stellen, damit sich die Margarine oder die Butter leichter verteilen lassen).
  6. Gib den Zucker und den Vanillezucker in die Rührschüssel und schlage sie mit deinem Handrührgerät oder deiner Küchenmaschine kurz mit der Margarine oder der Butter auf.
  7. Gib das Ei dazu, siebe das Mehl und das Backpulver in deine Rührschüssel und gib die gemahlenen Haselnüsse hinzu.
  8. Streue ein wenig der gemahlenen Haselnüsse in den Tartelette-Förmchen, damit sie gut an der geschmolzenen Margarine oder Butter haften bleiben.
  9. Jetzt fehlen nur noch die geriebene Zitronenschale oder das Backaroma, der Zimt und eine Prise Salz.
  10. Gib einen Esslöffel Milch hinzu und verrühre alles gut miteinander. Falls dein Teig zu bröselig und fest ist, gib noch ein wenig mehr Milch hinzu.
  11. Nun füllst du den Teig gleichmäßig in deine Tartelette-Förmchen, bestäubst den Teig ganz leicht mit Zimt und verteilst die Apfelschnitze in einer Reihe so darauf, dass sie sich ein wenig überlappen.
  12. Das sieht doch schon super aus! Lobe dich ein bisschen.
  13. Zerhacke ein paar Walnüsse und bestreue den Teig damit. Drücke sie leicht hinein, damit sie nicht anbrennen.
  14. Beträufle die Äpfel mit Ahornsirup und schiebe die Winterapfel-Tartelettes für 20 Minuten zusammen mit einer Wasser gefüllten kleinen ofenfesten Form in den Ofen.
  15. Nach 20 Minuten steckst du ein Holzstäbchen in die dickste Stelle in der Form. Klebt kein Teig mehr daran, sind deine Tartelettes fertig!
  16. Raus aus dem Ofen und lasse sie ein bisschen abkühlen. Merkst du, wie weihnachtlich deine Küche riecht?
  17. Bestreue deine Winterapfel-Tartelettes noch einmal mit ein wenig Zimt und Puderzucker.
  18. Lobe dich noch einmal. Gut gemacht!

Wenn ich mich in warmen Decken verstecke und es draußen ungemütlich wird, gibt es fast nichts besseres. Außerdem macht Backen in der Weihnachtszeit noch mal so viel Spaß. Damit dir nicht langweilig wird, kannst du dir, solange die Winterapfel-Tartelettes im Ofen sind, diese wundervolle polnische Weihnachtswerbung ansehen.


Alle Jahre wieder

Weihnachten, was war das noch?

Für die letzte Ausgabe des Bugles in diesem Jahr habe ich wieder eine Kolumne verfasst. Sie ist sehr hübsch weihnachtlich und weil heute Nikolaus ist, gibt es sie jetzt schon hier auf dem Blog zu lesen. 

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Weihnachten steht vor der Tür. Der Kindheitsheld Rolf Zuckowski fragt auf meiner vergötterten Dezemberträume-Kasette von 1993: „Weihnachten, was war das noch?“🎶 Ja, was? Mal davon abgesehen, dass er die Frage leider nicht beantwortet, sondern sich allein der Definition der titelgebenden Dezemberträume widmet („helle Sterne in der Nacht“ und „aus Musik und Licht gemacht“), bin ich mir selbst auch nach weiteren dreiundzwanzig Jahren eindringlicher Beantwortungsversuche vieler verschiedener Menschen nicht ganz sicher.

Es scheint generell ein Problem mit der Beantwortung ganz essenzieller Fragen zu geben. Schließlich beantwortet auch Haddaway die Frage nach dem Sein der Liebe 🎶 nur mit der Bitte an sein Baby, ihn nicht mehr zu verletzen. Und mit: Yeah, yeah.
Ich weiß noch nicht, was ich davon aufschlussreicher finde. Und es ist mir immer noch ein Rätsel, warum manche Menschen nach Monty Python immer noch nach dem Sinn des Lebens fragen. Es scheint also nicht ganz einfach zu sein, dasjenige zu beschreiben, was uns als selbstverständlich erscheint.

„An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu Christi.“, sagen die Christen. „Weihnachten ist nur der fiese Plan der katholischen Kirche gewesen, um das keltische Lichterfest zu verdängen. Jesus wurde nicht mal im Dezember geboren.“, sagen dann diejenigen Menschen, die meistens auch noch gleich hinterherwerfen, dass es an Weihnachten eh nur noch um Kitsch, Konsum und Geschenke gehe. Und natürlich haben sie ziemlich Recht.
Aber nur ziemlich. Denn Weihnachten ist die Zeit, in der ich beobachte, dass sich tatsächlich etwas tut. Sei es nur der kitschigen Weihnachtsfilmen wegen, aber viele Menschen sammeln Spenden und bemühen sich wirklich nett zu sein, bevor an Weihnachten selbst dann wieder alles komplett eskaliert. Aber man bemüht sich.

Meine persönliche Definition von Weihnachten erweitert sich jedes Jahr aufs Neue. Weihnachten ist, wenn alle unter den größtmöglichen Stresszuständen versuchen, ein Fest zu feiern, höflich zu bleiben und niemanden anzubrüllen, wenn Tante Frieda findet, die Kugeln am Baum passen so gut zusammen wie ihr selbst gemachter Salat zu dem gekauften Weißbrot — nämlich gar nicht —, wenn man versucht, im Regen von Geschenkpapier und neben dem völlig verstörten Kater, der weder den geschmückten Tannenbaum markieren, noch die witzigen Bälle von den unteren Ästen schubsen darf, jemandem in Ruhe ein Geschenk zu überreichen. Weihnachten ist, sich über Socken zu freuen und abends mit roten Wangen nach dem vierten Glas Rotwein im Bett zu liegen und zu denken: „Nur noch die Feiertage. Fast geschafft.“ Weihnachten ist wie ein Schnellzug aus Lichtern, Geschenken und Knödeln mit Blaukraut.

Kuscheliges Geschenkpapier

Der Kater Findus im Karton.

Und für dich? (Rolf, das ist dein Einsatz!)

„Weihnachten, was war das noch?

Denk’ schnell noch einmal nach.

Bestimmt wird die Erinnerung

in deinem Herzen wieder wach.“

Diese Kolumne ist erschienen in The Bugle, official Newspaper of Lost&Distorted.
Ausgabe °8


 

Gudrun Sjördén Weihnachtsstern

Currywurst, Magie und ein Schloss

Während andere im November eine Erkältung verschleppen, verschleppe ich Blogbeiträge.

Vorletztes Wochenende war ich mit meiner Familie in Nürnberg und auf der Winterträume Messe in Stein im Schloss Farber-Castell. Als Mama gefragt hat, ob ich mit möchte, musste ich nicht lange überlegen: das wunderschöne Nürnberg, eine Winterweihnachtsmesse und ein ganzes Schloss für Stifte. Glücklicher kann man mich kaum machen.
Dachte ich.
Denn es gab Currywurst mit Pommes. Es gab die beste Currywurst mit Pommes.

Wurstdurst im Herzen Nürnbergs in der Luitpoldstraße hat nicht nur verschiedene Wurstsorten auf Lager, die mit unglaublich guten belgischen Pommes serviert werden, sondern auch die besten Saucen und Dips, die ich jemals zu einer Currywurst gegessen habe. Und Blaubeereistee.
Auf Empfehung meines Nürnberger Bruders gab es eine Berliner Currywurst ohne Haut mit Pommes und Mayonnaise. Weil ich mich nicht zwischen der Ananas-Mango-Curry-Variante und der Honig-Senf-Mayonnaise entscheiden konnte, habe ich von einem sehr netten und überaus verständnisvollen Mitarbeiter beide bekommen. Zum Glück! Jede hatte etwas ganz eigenes und ich kann euch gar nicht sagen, welche ich besser finde. Bei meinem Papa habe ich mir dann noch etwas von dem Pflaumenketchup ergaunert, was genauso spitze war.
Ich esse nicht oft Fleisch, aber habe mich gerne zum Probieren verführen lassen und selbst die Freundin meines Bruders, die Vegetarierin ist, kommt trotzdem gerne zum Essen, weil die Pommes so lecker sind. Ich wünschte, der Foodtruck käme auch mal nach Würzburg. Falls ihr ihn mal seht: lauft, Kinder, lauft hinterher! Es lohnt sich.

Falls ihr übrigens einmal einen Zauberer sehen solltet, lauft auch hinterher. Diesen hier habe ich mitten in der Nürnberger Altstadt entdeckt und war hin und weg. Wenn du Kinder (auch die, die noch in den Erwachsenen stecken) zum Lachen und zum Staunen bringen kannst, bist du ein Zauberer.

Wenn man mit meiner Mama in Nürnberg ist, gibt es mehrere Läden, in die man gehen muss, wenn man wieder im Auto mit nach Hause genommen werden möchte. Einer davon ist Gudrun Sjödén am Josephsplatz. Meine Mama ist wohl der einzige Mensch auf Erden, der ohne mit der Wimper zu zucken in diesem Laden leben würde. Von meinen Brüdern  wird er der Einfachheit halber nur noch „der Hippieladen“ genannt. Der Rest der Familie bewundert jedes Mal wieder, dass der mit damals zwölf Jahren Jüngste der Familie einmal drei Stunden mit im Gurdrun Sjödén Outlet saß ohne den Verstand zu verlieren.

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Auf dem Bild seht ihr übrigens ein wunderschönes Portrait der mexikanischen Malerin Frieda Kahlo, die sich die schwedische Designerin Gudrun Sjödén für ihre Kollektion als Inspiration ausgewählt hat.
Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos und vielleicht sogar ganz Lateinamerikas.
Gudrun Sjödén ließ sich bereits 2006 von Frida Kahlo zu einer besonderen Kollektion inspirieren. Die bunten Farben und Muster, die immer ein Markenzeichen der Designerin sind, passen überraschend gut mit denen der mexikanischen Malerin zusammen.

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Adventsstern von Gudrun Sjödén

Dieses Mal habe ich mir sogar auch etwas gekauft. Einen Stern, der jetzt unsere Flurlampe ist. Das kann man schon mal machen im Advent, finde ich.

Ein weiterer Lieblingsladen meiner Mama, Tante und Oma (es scheint einen Zusammenhang in der Familie zu geben) ist Grüne Erde in der Vorderen Sterngasse. Abgesehen von einem Couchtisch namens Timo und einem ganzen Sack voll Zirbelholzspähne hat mich aber nichts so sehr in Versuchung geführt es zu kaufen. Ich brauche mein Geld ja noch für die Winterträume Messe und —  wichtiger — für Stifte.

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Grüne Erde in Nürnberg

Die Winterträume Messe auf dem Gelände des Faber-Castell-Schlosses war wirklich sehr schön, aber für meinen Geschmack viel zu überfüllt. Besonders die Verkaufsräume im unteren Teil des Schlosses wurden nur so von den Besuchern überrannt, was in mir mehr Stress als weihnachtliche Gefühle ausgelöst hat. Im ersten Stock habe ich mir allerdings mit meinem Papa die beeindruckenden Wohnräume von Graf und Gräfin von Faber-Castell angesehen, in denen zum Glück nicht so viel los war, allerdings auch leider nicht fotografiert werden durfte. Bilder vom Schloss findet ihr aber hier.
Mein Highlight auf der Winterträume Messe war der Farber-Castell-Shop, der in einem eigenen kleinen Häuschen neben dem Schloss ist. Ein ganzer Laden nur mit Stiften, Farben, Kohle und allem  erdenklichen Zubehör: ein Traum! Auch die Liebe zu Zeichenzubehör und Farben liegt in meiner Malerfamilie wohl im Blut. Wir haben zusammen bestimmt soviel ausgegeben wie andere Familien für ein gutes Mittagessen in einem Restaurant.
Die kleinen Pavillons mit den Ausstellern auf dem Schlossgelände waren alle sehr liebevoll gestaltet und die Auswahl an schönen Dingen war groß. Neben Weihnachtsdekoration, Lichtern, Schmuck und Kissen gab es auch Mandelstollen, fantastisches heißes Gulasch und weißen Casteller Glühwein. Ein besonders nettes Gespräch hatte ich mit Fräulein Tapir aus Nürnberg, die einzigartigen und wunderschönen Schmuck aus Holz und Beton und zarte Halsketten und Armbänder verkauft und in der Adventszeit viel auf ganz unterschiedlichen Weihnachts- und Adventsmärkten unterwegs ist.

Ich freue mich schon sehr auf die ganzen anderen Weihnachtsmärkte, die ich dieses Jahr noch besuchen werde. Vielleicht nehme ich euch ja schon bald  wieder mit.

Es ist Sonntag: OKTOBERWALD

Hallo an alle Laubsammler und Kastanientierarchitekten,

der Nikolausberg in Würzburg hat sich in sein buntestes Kleid geworfen und zeigt sich von einer ganz anderen Seite. Der Herr Timo und ich gehen gerne hier oben an der Frankenwarte spazieren und schauen, was es so zu sehen gibt. Ich nehme euch mit auf einen Spaziergang. Also: Schuhe aus, Füße hoch und tief die Herbstlust einatmen!

Es ist übrigens gar nicht so einfach, sich selbst zu filmen, wenn man nicht weiß, mit wem man eigentlich spricht. Lustig ist es aber auch.


Nasse Stiefel im Laub, Herbst, Bad Mergentheim

Es ist Sonntag: Im Garten

Heute war ich bei meinen Eltern zu Besuch und bin mit Stiefeln hinters Haus gestapft. Es ist Oktober. Der Nebel schleicht in die Täler, das Laub brennt feuerrot und der Ginko strahlt leuchtend in sattem Gelb. Wie sagten Sie noch gleich, Herr Mörike?

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen;
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.
                                   Eduard Mörike 1827


Cupper Tee verschiedene Designs und verschiedene Sorten, Good Morning, Zen Balance, Keep Calm, My Time, Good Night

Tässchen Tee und Farbenspiele

Ach, wie schön. Das brauche ich!
Ich bin ein Opfer des Verpackungsdesigns. Für Menschen wie mich gibt es die schönen Schachteln und weichen Tütchen, bedrucktes Papier und flatternde Fähnchen. Ich glaube, dass wegen mir der Studiengang Verpackungsdesign niemals aussterben wird. Ich werde garantiert immer von dieser kapitalistischsten Form der Ästhetik angezogen.

„Ach, schau mal, Herr Timo, wie hübsch!“ „Ja, aber das brauchen wir doch nicht, oder?“ „Hm, nein, aber es ist doch so hübsch. Schau doch mal!“ „Ja, es ist ganz toll, aber wir kaufen heute kein Hundefutter. Wir haben keinen Hund.“
(Dieser Dialog ist frei erfunden und alle Personen, die etwas anderes behaupten sind blöd.)

So kommt es vor, dass ich schmachtend vor Regalen stehe wie vor einem Monet und gänzlich in Kontemplation versinke. Hach. Wie schön…
Ab und zu lasse ich mich sogar so sehr von der Verpackungsästhetik hinreißen, dass ich mich plötzlich mit dem Produkt vor der Kasse wieder finde. Im besten Fall handelt es sich dann natürlich um etwas, das ich tatsächlich brauche und sogar gekauft hätte, wenn es weniger schön gewesen wäre, weil es mich mit seinen inneren Werten überzeugt.
Nun ist es so, dass ich außerdem sehr gerne Tee trinke. In eine hübsche Teeverpackung bin ich also gleich doppelt verliebt und ich muss gestehen, es hat mich dieses mal gleich mehrfach erwischt. Der Verpackungsdesign-Amor hat es zu gut mit mir gemeint.

Cupper Tee aus Dorset in England und ich: das war Liebe auf den ersten Blick.

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Nachdem ich mir über ein paar Wochen hinweg immer wieder eine andere Packung in mein Teeschränkchen gestellt habe und meine Lieblingssorten immer wieder nachgekauft habe, kann ich ganz ehrlich sagen, dass es sich hier nicht um eine stürmische Liebschaft, sondern womöglich sogar um eine waschechte Langzeitbeziehung handelt. Die Cupper Teesorten schmecken nämlich auch noch fantastisch, der Tee wird fair gehandelt und die Zutaten stammen aus biologischem Anbau. Schön und gut. Und bunt.

Also immer nur her damit!

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Summa cum miaude

In der Universität Augsburg lebt ein rot getigerter Kater. Campus Cat gehört eigentlich einer älteren Dame, die in der Nähe des Unigeländes wohnt. Campus Cat ist mittlerweile im 15. Semester und überall unterwegs: er hängt vor der Mensa rum und schleicht durch die Bibliothek. Außerdem lässt er sich von allen Studenten streicheln und fotografieren. Es gibt unzählige Selfies mit Campus Cat und noch mehr Fotos von ihm wie er sich streicheln lässt, mit Studenten kuschelt, sich umher wälzt oder einfach irgendwo im Gras sitzt. Er hat sogar eine eigene Facebook-Seite, auf der er ’selbst‘ Beitrage verfasst und den Studenten ein schönes Wochenende wünscht. Diese Seite hat mehr als doppelt so viele Fans wie die der Universität Augsburg. Seine Hobbies sind laut ‚eigenen‘ Angaben: Studieren, Studis kennenlernen, Gestreichelt werden, Chillaxen, Flannieren und Miauen. Campus Cat ist ein Social Media Star mit Instagram-Account, der sogar schon im Fernsehen war. Und außerdem gehört ihm in der Katzenwelt quasi die gesamte Universität Augsburg.

Campus Cat ist aber nicht der einzige Kater, der Maskottchen einer ganzen Universität ist. In Essex gibt es ebenfalls eine Campus Cat namens Fergus mit eigener Facebook-Seite von der man sogar Tassen kaufen kann. Es gibt sechs verschiedene Motive und eine siebte Sommersonderedition auf der Fergus eine Sonnenbrille trägt, am Strand liegt und einen Cocktail aus einer Kokosnuss trinkt.

Wäre das nicht auch eine großartige Idee für Unternehmen? Die Carglass-Katze oder die Rügenwalder-Mühle-Mieze? Das versteifte Image würde sofort aufgelockert werden, die Unternehmen als tierlieb gelten und wären am fly, billige und lächerlich bunte Maskottchen könnten verschwinden und Platz für niedliche Katzen aus dem Tierheim machen. Unter deren Namen könnte man dann auf Facebook, im Fernsehen oder Radio Werbung machen: „Ich chillax hier nur kurz, während meine Kollegen in zwanzig Minuten deine Frontscheibe auswechseln.“ Die Welt wäre ein besserer Ort. Haariger. Aber besser.

Diese Kolumne ist erschienen in The Bugle, official Newspaper of Lost&Distorted.
Ausgabe °7

Wer jetzt auch unbedingt eine Katze möchte, schaut noch mal schnell in der Kitten Academy vorbei. Ein 24/7 Katzenlivestream aus Illinois. Ja, richtig. Jeden Tag Kätzchen!


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Über Zufriedenheit

Vor einiger Zeit habe ich mich gefragt, was Glücklich-Sein eigentlich bedeutet und auch, ob es nicht das gleiche ist wie Zufrieden-Sein. Denn immer wenn ich versuche zu erklären, warum oder wann ich glücklich bin, komme ich um das Gefühl der Zufriedenheit nicht herum. Einen großen Unterschied sehe ich trotzdem zwischen dem Glück und der Zufriedenheit. An meinem Glück kann ich nichts ändern, ich kann es nicht beeinflussen, nicht steuern, ich habe es nicht selbst in der Hand. Ob ich aber zufrieden bin, liegt oft einfach nur an mir, an meiner Reaktion auf bestimmte Situationen, meinem Engagement oder meiner Zuversicht. Auch, die Zufriedenheit einfach einmal zuzulassen liegt an mir. Nichts zu tun und sich ihr hingeben ohne schon dem nächsten Projekt hinterher zu eilen oder sie gar nicht erst richtig wahrzunehmen.

Ich bin zufrieden, wenn ich das Gefühl habe, gerade ist alles gut, die Welt ist ein schöner Ort, ich bin in der Natur und lasse für einen Moment alles hinter mir. Ich bin aber auch zufrieden, wenn ich an einem Abend auf dem Sofa liege, die Raumtemperatur gerade perfekt ist (ein oft vernachlässigter Wohlfühlfaktor) und ich eine ganze Tafel Schokolade esse (ein überstrapazierter Wohlfühlfaktor). Ich bin zufrieden, wenn ich etwas Schlaues gesagt habe und wenn ich meinen Kater zwischen den Ohren kraule.

Manche Menschen sind nur zufrieden, wenn sie etwas Neues tun. Etwas ausprobieren, etwas wagen, sich etwas trauen. Andere sind zufrieden, wenn sie Zeit für sich haben und erst gar nicht die eigenen vier Wände verlassen müssen. Manche sind einfach nur zufrieden, wenn sie mal fünf Minuten Zeit für einen Kaffee und eine Zigarette haben (Danke, Mama!).

Wenn wir allerdings immer nur das Gleiche für unsere Zufriedenheit tun, nehmen wir sie vielleicht irgendwann gar nicht mehr so richtig wahr. Das Zufrieden-Sein gehört dann zum Alltag dazu, wir werden unzufrieden, obwohl wir doch zufrieden sein müssten. Unzufrieden mit dem Job oder dem Studium, das uns gerade nervt, obwohl wir uns eigentlich mal darauf und darüber gefreut haben, das zu tun, was uns Spaß machen sollte. Unzufrieden mit dem Freundeskreis, der irgendwie eingeschlafen ist, obwohl man sich doch eigentlich im Zweifelsfall blind auf jeden Freund verlassen kann, wenn man sich nur mal meldet. Unzufrieden mit sich selbst, obwohl man das doch eigentlich ganz allein in der Hand hat. Wenn du immer nur das tust, was du auch schon immer getan hast, dann bekommst du auch nur immer das, was du immer bekommen hast. Bist du unzufrieden? Dann mach‘ etwas anderes. Oder mach‘ bewusst etwas, das eine Zufriedenheit in dir auslöst. Spaziergang? Käffchen? Zigarette?

Diese Kolumne ist erschienen in The Bugle, official Newspaper of Lost&Distorted.
Ausgabe °6


Instax 00a

Momentaufnahme

Seit Mai fotografiere ich besondere Momente analog. Oder: seit Mai fotografiere ich analog und mache Momente zu etwas besonderem. Denn das schöne an Sofortbildkameras wie der Instax Mini 8 ist, dass jedes der Bilder einmalig ist.

Instax 01

Wenn ich mit der Sofortbildkamera fotografiere, mache ich nur ein einziges Bild von einem bestimmten Moment und nicht mehrere wie bei der digitalen Fotografie. Schon alleine deshalb, weil die Filme so teuer sind. Die Bilder, die dabei entstehen, kann ich sofort aufhängen oder verschenken und das Betrachten des Moments, wenn er langsam aus dem Weiß heraustritt und sich präsentiert, hat etwas Magisches.

Die Instax Mini 8 entschleunigt. Und sie macht besonders mit lieben Menschen zusammen ganz viel Spaß!
Sie war übrigens ein Geschenk vom Herrn Timo zu meinem 25. Geburtstag. Obwohl ich sie mir nicht einmal gewünscht habe. Und deshalb mag ich sie sowieso ganz besonders.