Reflexion zum Jahresende während der mythischen Rauhnächte

Rauhnächte: Achtsamkeit und Reflexion zwischen den Jahren

Während der Rauhnächte wurde früher und wird zum Teil noch heute, besonders in Teilen des Schwarzwalds, im Allgäu oder Tirol, uralten Bräuchen nachgegangen. Von der Weihnachtsnacht bis zum Dreikönigstag wurde orakelt, gedeutet, sich auf das Alte besonnen und auf das neue Jahr vorbereitet. Zu dieser heiligen Zeit durfte nicht gearbeitet, ja nicht einmal gewaschen oder gebacken werden, Ställe und Häuser wurden ausgeräuchert, um böse Geister zu vertreiben und gute Energien hineinzulassen. Die Verbindung zur jenseitigen Welt, glaubte man, sei  in dieser Zeit besonders stark. Da sich die Rauhnächte nach dem Mondzyklus richten und zum keltischen sowie zum germanischen Kalenderkreis gehören, befinden sie sich tatsächlich zwischen zwei Jahren. Sie gehören nicht mehr zum alten aber auch noch nicht zum neuen Jahr. Perchtenumzüge oder Klausentreiben mit gruseligen Gestalten wie dem Krampus oder einer sehr unheimlichen Frau Holle, sprechende Tiere und Orakel finden heute viele Menschen seltsam. Auch, wenn sie sich oft selbst dieser Brauchtümer bedienen und sich auf Umzügen (ja, auch zum Karneval, Fastnacht, Fasching oder Halloween) verkleiden oder an Silvester Blei gießen, was ursprünglich ebenfalls zu den Bräuchen der Rauhnächte gehörte. Hier findest du noch mehr Informationen zu den Rauhnächten.

giphy

Aber auch, wenn man während der Rauhnächte nicht nach diesen alten Bräuchen und Mythen lebt, kann man diese Zeit am Ende des alten und zu Beginn des neuen Jahres nutzen, um sich zu besinnen, achtsam zu sein und das vergangene Jahr zu reflektieren. Wie war es und was ist seit dem Beginn des letzten Jahres passiert, in dem man um Mitternacht mit Sektglas und roten Wangen sehnsüchtig den Raketen nachgeblickt und sich selbst „Auf ein Neues“ zugeflüstert hat?

Was will man im neuen Jahr verändern, was möchte man erreichen? Es lohnt sich, sich für all diese Fragen Zeit zu nehmen und sie während der zwölf Rauhnächte (natürlich auch davor oder danach) für sich selbst zu beantworten. Man sollte auch versuchen, Wünsche für das neue Jahr  zu formulieren, denn man munkelt, dass sich die Wünsche während der Rauhnächte dann, im neuen Jahr, erfüllen werden!

Das alles ist ein bisschen so, wie sich gute Vorsätze fürs neue Jahr zu machen, aber viel aufschlussreicher, konkreter und einfacher umzusetzen, wenn man seine Gedanken ausformuliert hat und weiß, worauf man zurückblickt. Wichtig ist, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Wer nächstes Jahr endlich regelmäßig ins Fitness-Studio gehen möchte, sollte sich fragen, warum es dieses Jahr nicht geklappt hat. Und er sollte sich realistische Ziele setzen, wie zum Beispiel, erst einmal in der Woche das Fitness-Studio zu besuchen, sich über den Tag hinweg viel zu bewegen und öfter mal eine Haltestelle früher auszusteigen. Wer sich zu viel vornimmt und sich schon zum Jahresbeginn vor zu große Herausforderungen stellt, der ist schnell frustriert, wenn er scheitert und leider auch oft dazu geneigt, gleich alles bleiben zu lassen. Dann ist es besser, nicht all zu hart zu sich zu sein und es einfach noch einmal zu versuchen. Dazu braucht es nämlich nicht unbedingt einen Jahreswechsel!

Damit mir mein persönlicher Jahresrückblick besonders viel Spaß macht und ich ihn gut aufbewahren kann, habe ich eine Druckvorlage mit Fragen und Anregungen erstellt, die du dir hier als PDF herunterladen kannst: Reflexion und Achtsamkeit 2016-2017. Du kannst sie einfach im A4 oder A5 Format oder als Broschüre (schau mal, ob dein Drucker oder dein PDF-Reader so etwas kann) ausdrucken. Die kannst du dann vorsichtig mit zwei Heftklammern oder Nadel und Faden selbst binden. Dann kannst du dein Heftchen in aller Ruhe ausfüllen. Mach es dir gemütlich, zünde, wenn du magst, eine Kerze oder eine Duftlampe an, um auch ein bisschen herumzuräuchern, und bereite dir ein Heißgetränk deiner Wahl zu. Nimm dir zum Ausfüllen und Nachdenken am besten soviel Zeit, wie du brauchst und bewahre deine Antworten gut auf. Vielleicht hast du Lust, im nächsten Jahr hin und wieder hinein zu spicken um dich an die Dinge, die du dir vorgenommen hast zu erinnern oder nächstes Jahr nachzusehen, ob sich ein paar deiner Wünsche erfüllt haben.

Alles Liebe und ein wundervolles Jahr 2017 für dich und alle, die dir wichtig sind

          Susan


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3 Gedanken zu “Rauhnächte: Achtsamkeit und Reflexion zwischen den Jahren

  1. Heimatsinn schreibt:

    Hätte ich doch nur diesen Stressless-Sessel dann könnte ich mir auch Gedanken machen über das Alte und das Neue Jahr und über gute Vorsätze. Aha habe schon einen, Geld sparen für roten elchbestückten Sessel.

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