Oh wie schön ist die Röhn!

Fast ein Jahr ist es nun schon her, dass der Herr Timo und ich einen Kurzurlaub in der wunderschönen Rhön verbracht haben. Von Würzburg war das kleine Zimmer, das wir über Airbnb gemietet hatten nur eine Stunde entfernt und die drei Tage haben sich angefühlt wie eine ganze Woche Urlaub.

Oh wie schön ist die Rhön – Urlaub Frau Zunder 01

Der wunderbare Herr Timo und ich auf der ziemlich trockenen Wasserkuppe.

Erstaunlich, oder? Manchmal braucht es gar nicht viel, damit man sich entspannt und kurze Momente genauso genießt wie lange Urlaubswochen.

Am liebsten mache ich Urlaub ganz alleine irgendwo mit dem Herrn Timo, wo uns niemand kennt und wir den ganzen Tag alles machen können, was und wann wir wollen.

Die Zeit haben wir auf jeden Fall genutzt. Beim verrückten Sommerrodeln sind wir schneller als alle anderen gewesen und beim Wettrennen auf der Bob-Bahn gegeneinander hing ich vor lauter Übermut mit der Hälfte meines Pos auf der Bahn, während der Herr Timo zwar seine Mütze verloren, aber das Rennen gewonnen hat.

Auf der Wasserkuppe haben wir erfahrene und sehr aufgeregte Paraglider:innen beobachtet und alten Segelflugzeugen beim Starten zugesehen. Im roten Moor und der Kaskadenschlucht haben wir uns gefühlt wie im schattigen Waldparadies. Und als wir abends nach Hause kamen, wurden wir stets von witzigen Laufenten, drei Hundekumpels und schicken Perlhühnern begrüßt.

Dan Harnden via giphy

Dan Harnden via giphy

Oh die Röhn, die ist schön. Ich denke immer noch so gerne an die paar Tage zurück und habe es endlich geschafft, diese drei Tage in drei wunderbaren Minuten zusammenzufassen.

Schaut doch mal, was wir alles erlebt haben, kommt mit ins rote Moor und die Kaskadenschlucht und hoch bis auf die Wasserkuppe und schaut den fliegenden Menschen zu. Und dann rodelt einmal live mit uns die Sommerrodelbahn hinunter: Hopp, los gehts!

 

 

Alles Liebe
Susan


 

Advertisements
Bester Kaffee in Hamburg bei less political

Eintauchen, Abschalten, Glücklich-Sein: In Parallelwelten dem Alltag entfliehen

Parallelwelten sind hypothetische Universen außerhalb des uns bekannten und nicht wenige Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass es sie tatsächlich geben könnte.

In meinem Alltag habe ich einen kleinen eigenen Platz für meine Parallelwelten geschaffen. Meine Parallelwelten sind Orte und Momente, die meistens an Orte gebunden sind, an denen ich mich, sobald ich mich dort befinde, absolut glücklich fühle. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie unvermittelt anders sind, mich aus dem Jetzt meines Alltags reißen und mich auf eine gewisse Weise, erden und zugleich beflügelnd inspirieren. In solchen Parallelwelten fühle ich eine tiefe innere Zufriedenheit und die Gewissheit, dass irgendwie alles gut werden wird.

Wo findet man Orte der Ruhe und der Inspiration?

Ganz so einfach ist es manchmal gar nicht, kleine persönliche Parallelwelten zu finden. Manche entstehen einfach so, ganz plötzlich, weil man mit einem netten Menschen auf einer Mauer in der Sonne sitzt und sein Lieblingseis isst. Manchmal sind sie wie eine Reise durch den Kaninchenbau und man gelangt völlig zufällig in einen Laden, in dem man noch nie war und aus dem man gar nicht mehr heraus möchte.

Manchmal kennen wir solche Orte genau und sie bleiben ein scheinbar ewiges Paralleluniversum – wie der eigene Garten, diese eine Parkbank oder der Besuch bei alten Freunden und der Familie.

Aber nicht nur die Orte selbst, sondern auch die Erinnerung an manche Momente sind eine Art von Paralleluniversum, die einen für eine kleine Weile aus dem Alltag entführen und neue Kraft mit auf den Weg geben.

Welche Erinnerungen machen dich besonders glücklich?

Es müssen gar nicht die größten Momente deines Lebens sein wie die Geburt deines Kindes oder deine Hochzeit. Auch nicht die Erinnerung an den Moment der Zusage des neuen Jobs oder ein großer Erfolg.

Kleine Inseln der inneren Ruhe findest du vielleicht an den winzigsten Orten in deinem Gedächtnis. Oft sind das Momente in deiner Kindheit und das ist kein Zufall. Als Kind staunen wir über die meisten Dinge, die uns heute als völlig normal und vielleicht sogar langweilig erscheinen. Alles war irgendwie magisch und besonders. Heute sind es oft die Momente, in denen wir uns wie ein Kind fühlen, die uns kleine Orte des Glücklich-Seins schenken: Mit Gummistiefeln in eine riesige Pfütze auf dem Parkplatz zu hüpfen oder mit jemandem über Unsinn zu lachen bis man Bauchschmerzen hat.

Ein paar meiner kleinen Erinnerungsschätze

  • Zeit bei den Großeltern. Gänseküken bei Oma und Opa beobachten und streicheln. Und Sommergarten mit Obsttellern und fernsehen bis zum Umfallen.

    Fotoalbum Mädchen neunziger Jahre Kleider mit Gänseküken

    Jep. War wohl hip damals.

  • Kaffeetrinken mit lieber Freundin im Dezember, Weihnachtsmusik, wunderschöne Gespräche und plötzlich ganz leise und sanft der erste Schnee vor der großen Glasfront. Perfekt.giphy-downsized
  • Als ich mit meinen Eltern und meinem Bruder im Urlaub im Allgäu war, waren wir immer mal wieder im Kutschenmuseum in Hinterstein. Ganz ehrlich: viel mehr kindertaugliche Erlebnis-Infrastruktur im Sommer war da auch nicht. Besonders einprägsam: der riesige Bauernschlitten und jede Menge ausgestopfter Tiere und verschiedenste Schaufensterpuppen mit starrem Blick. Furchtbar gruselig, aber genauso faszinierend einem Wolf direkt gegenüberzustehen, der fast genauso groß ist wie man selbst. Im Kutschenmuseum gibt es sogar eine künstliche Grotte und jede Menge Kunstschnee. Als Kind absolut faszinierend und ein bisschen unheimlich. Mit Mama und Papa aber kein Problem.

 

  • Bücher, die ich in besonderen Momenten gelesen habe. Oder Musik, die ich während bestimmter Zeiten gehört habe. Sie sind die allgemein anerkanntesten und alltäglichsten Parallelwelten, in die du reisen kannst. Wenn ich mich durch die Harry Potter Bücher lese oder höre, fühle ich mich auf eine ganz besondere Art zuhause.

200w_d

Orte in deiner Nähe

In deiner Nähe gibt es bestimmt Orte, an denen du dich einfach geborgen fühlst. Dein Lieblingscafé oder der Küchentisch deiner besten Freundin, der Walnussbaum, an dem du jeden Tag vorbeiläufst oder ein Blumenladen, in dem du einfach gerne bist.

So verschieden wir alle sind, so unterschiedlich sind auch die Orte, an denen wir uns wohlfühlen und inneres Glück spüren.

In Köln bin ich zufällig in der Papeterie Papelito gelandet, aus der ich gar nicht mehr heraus wollte. In Würzburg verzaubert mich das wunderschöne Café Vue mit Blick auf die Festung, das Käppele und den Main. In Rothenburg ob der Tauber, schreitet man auch im Hochsommer durch eine einfache Flügeltür und steht plötzlich in mehreren hundert Quadratmetern Käthe Wohlfahrts Weihnachts-Wunderland.

Hamburg: Plätze zum Wohlfühlen

In Hamburg sitze ich bei Trip-Hop-Jazz mit dem besten Kaffee Hamburgs und dem schönsten Barista der Welt (dem Herrn Timo natürlich) im Café less political und lese die Flow. Absoluter Hamburg-Tipp!

Bester Kaffee in Hamburg bei less political

Bester Kaffee in Hamburg

Ein weiterer Hamburg-Tipp zum Wohlfühlen und alles um sich herum vergessen ist definitiv die skandinavische Krimibuchhandlung mit Café JUSSI. Bianca hat ihre Hobbies zum Beruf gemacht, verkauft spannende Bücher skandinavischer Autoren, Filme und Handgemachte Geschenke. Außerdem gibt es die schönsten Kinderbücher von Astrid Lindgren bis Tove Jansson. Jeden Sonntag kann man Tartort schauen und dabei Brotzeit essen. Außerdem ist Sonntags Waffeltag.

Ja, ich war bis jetzt fast jeden Sonntag dort.

Kuchen im Krimi Café Jussi in Hamburg

Skandinavischer Karottenkuchen und ein Cappuchino – klasse Kombi!


Ein Moment der Ruhe

Kurze Pausen im Alltag geben uns neue Ideen oder lassen uns unbedingtes Glück spüren. Zwischen allen Dingen über die man sich den Kopf zerbricht oder die man nicht loslassen kann, bricht plötzlich Ruhe oder Faszination ein wie ein Regenschauer an einem warmen Tag. Diese Orte und Momente kann man aktiv aufsuchen, um sich ihnen hinzugeben, wenn man merkt, dass man das gerade braucht. Aber das schönste an der Idee der kleinen Parallelwelten ist ja eigentlich, dass sie jederzeit ganz plötzlich auftauchen und du in ihnen abtauchen kannst.

Lass es passieren.
Susan

 


 

Gudrun Sjördén Weihnachtsstern

Currywurst, Magie und ein Schloss

Während andere im November eine Erkältung verschleppen, verschleppe ich Blogbeiträge.

Vorletztes Wochenende war ich mit meiner Familie in Nürnberg und auf der Winterträume Messe in Stein im Schloss Farber-Castell. Als Mama gefragt hat, ob ich mit möchte, musste ich nicht lange überlegen: das wunderschöne Nürnberg, eine Winterweihnachtsmesse und ein ganzes Schloss für Stifte. Glücklicher kann man mich kaum machen.
Dachte ich.
Denn es gab Currywurst mit Pommes. Es gab die beste Currywurst mit Pommes.

Wurstdurst im Herzen Nürnbergs in der Luitpoldstraße hat nicht nur verschiedene Wurstsorten auf Lager, die mit unglaublich guten belgischen Pommes serviert werden, sondern auch die besten Saucen und Dips, die ich jemals zu einer Currywurst gegessen habe. Und Blaubeereistee.
Auf Empfehung meines Nürnberger Bruders gab es eine Berliner Currywurst ohne Haut mit Pommes und Mayonnaise. Weil ich mich nicht zwischen der Ananas-Mango-Curry-Variante und der Honig-Senf-Mayonnaise entscheiden konnte, habe ich von einem sehr netten und überaus verständnisvollen Mitarbeiter beide bekommen. Zum Glück! Jede hatte etwas ganz eigenes und ich kann euch gar nicht sagen, welche ich besser finde. Bei meinem Papa habe ich mir dann noch etwas von dem Pflaumenketchup ergaunert, was genauso spitze war.
Ich esse nicht oft Fleisch, aber habe mich gerne zum Probieren verführen lassen und selbst die Freundin meines Bruders, die Vegetarierin ist, kommt trotzdem gerne zum Essen, weil die Pommes so lecker sind. Ich wünschte, der Foodtruck käme auch mal nach Würzburg. Falls ihr ihn mal seht: lauft, Kinder, lauft hinterher! Es lohnt sich.

Falls ihr übrigens einmal einen Zauberer sehen solltet, lauft auch hinterher. Diesen hier habe ich mitten in der Nürnberger Altstadt entdeckt und war hin und weg. Wenn du Kinder (auch die, die noch in den Erwachsenen stecken) zum Lachen und zum Staunen bringen kannst, bist du ein Zauberer.

Wenn man mit meiner Mama in Nürnberg ist, gibt es mehrere Läden, in die man gehen muss, wenn man wieder im Auto mit nach Hause genommen werden möchte. Einer davon ist Gudrun Sjödén am Josephsplatz. Meine Mama ist wohl der einzige Mensch auf Erden, der ohne mit der Wimper zu zucken in diesem Laden leben würde. Von meinen Brüdern  wird er der Einfachheit halber nur noch „der Hippieladen“ genannt. Der Rest der Familie bewundert jedes Mal wieder, dass der mit damals zwölf Jahren Jüngste der Familie einmal drei Stunden mit im Gurdrun Sjödén Outlet saß ohne den Verstand zu verlieren.

nurnberg187

giphy
Auf dem Bild seht ihr übrigens ein wunderschönes Portrait der mexikanischen Malerin Frieda Kahlo, die sich die schwedische Designerin Gudrun Sjödén für ihre Kollektion als Inspiration ausgewählt hat.
Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos und vielleicht sogar ganz Lateinamerikas.
Gudrun Sjödén ließ sich bereits 2006 von Frida Kahlo zu einer besonderen Kollektion inspirieren. Die bunten Farben und Muster, die immer ein Markenzeichen der Designerin sind, passen überraschend gut mit denen der mexikanischen Malerin zusammen.

_dsc0101

Adventsstern von Gudrun Sjödén

Dieses Mal habe ich mir sogar auch etwas gekauft. Einen Stern, der jetzt unsere Flurlampe ist. Das kann man schon mal machen im Advent, finde ich.

Ein weiterer Lieblingsladen meiner Mama, Tante und Oma (es scheint einen Zusammenhang in der Familie zu geben) ist Grüne Erde in der Vorderen Sterngasse. Abgesehen von einem Couchtisch namens Timo und einem ganzen Sack voll Zirbelholzspähne hat mich aber nichts so sehr in Versuchung geführt es zu kaufen. Ich brauche mein Geld ja noch für die Winterträume Messe und —  wichtiger — für Stifte.

nurnberg182

Grüne Erde in Nürnberg

Die Winterträume Messe auf dem Gelände des Faber-Castell-Schlosses war wirklich sehr schön, aber für meinen Geschmack viel zu überfüllt. Besonders die Verkaufsräume im unteren Teil des Schlosses wurden nur so von den Besuchern überrannt, was in mir mehr Stress als weihnachtliche Gefühle ausgelöst hat. Im ersten Stock habe ich mir allerdings mit meinem Papa die beeindruckenden Wohnräume von Graf und Gräfin von Faber-Castell angesehen, in denen zum Glück nicht so viel los war, allerdings auch leider nicht fotografiert werden durfte. Bilder vom Schloss findet ihr aber hier.
Mein Highlight auf der Winterträume Messe war der Farber-Castell-Shop, der in einem eigenen kleinen Häuschen neben dem Schloss ist. Ein ganzer Laden nur mit Stiften, Farben, Kohle und allem  erdenklichen Zubehör: ein Traum! Auch die Liebe zu Zeichenzubehör und Farben liegt in meiner Malerfamilie wohl im Blut. Wir haben zusammen bestimmt soviel ausgegeben wie andere Familien für ein gutes Mittagessen in einem Restaurant.
Die kleinen Pavillons mit den Ausstellern auf dem Schlossgelände waren alle sehr liebevoll gestaltet und die Auswahl an schönen Dingen war groß. Neben Weihnachtsdekoration, Lichtern, Schmuck und Kissen gab es auch Mandelstollen, fantastisches heißes Gulasch und weißen Casteller Glühwein. Ein besonders nettes Gespräch hatte ich mit Fräulein Tapir aus Nürnberg, die einzigartigen und wunderschönen Schmuck aus Holz und Beton und zarte Halsketten und Armbänder verkauft und in der Adventszeit viel auf ganz unterschiedlichen Weihnachts- und Adventsmärkten unterwegs ist.

Ich freue mich schon sehr auf die ganzen anderen Weihnachtsmärkte, die ich dieses Jahr noch besuchen werde. Vielleicht nehme ich euch ja schon bald  wieder mit.

Es ist Sonntag: OKTOBERWALD

Hallo an alle Laubsammler und Kastanientierarchitekten,

der Nikolausberg in Würzburg hat sich in sein buntestes Kleid geworfen und zeigt sich von einer ganz anderen Seite. Der Herr Timo und ich gehen gerne hier oben an der Frankenwarte spazieren und schauen, was es so zu sehen gibt. Ich nehme euch mit auf einen Spaziergang. Also: Schuhe aus, Füße hoch und tief die Herbstlust einatmen!

Es ist übrigens gar nicht so einfach, sich selbst zu filmen, wenn man nicht weiß, mit wem man eigentlich spricht. Lustig ist es aber auch.


Nasse Stiefel im Laub, Herbst, Bad Mergentheim

Es ist Sonntag: Im Garten

Heute war ich bei meinen Eltern zu Besuch und bin mit Stiefeln hinters Haus gestapft. Es ist Oktober. Der Nebel schleicht in die Täler, das Laub brennt feuerrot und der Ginko strahlt leuchtend in sattem Gelb. Wie sagten Sie noch gleich, Herr Mörike?

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen;
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.
                                   Eduard Mörike 1827


Köln, du schönes Fleckchen Erde!

[Mach doch mal Musik an! KLICK]

Letzte Woche war ich auf einer Tagung in Köln und habe mir diese wunderschöne Stadt mal genauer angesehen. Ich war sofort hin und weg.

Obwohl ich nur vier Tage lang in einer kleinen Wohnung, die ich über airbnb gebucht habe, in Köln zu Hause war, habe ich mich dort sofort wohl gefühlt.

output_UlJQf1

Besonders das Belgische Viertel im Westen der Stadt hat es mir angetan. Ein zauberhafter Laden reiht sich an den nächsten, gut gelaunte Menschen begrüßen einen sofort freundlich und laden einen ein hereinzuschauen, zu stöbern und sich umzusehen. Ich habe selten so viele gelungene Entwürfe von Arbeitsplatz und Design, Konzept und Herzblut gesehen. Ein paar dieser Läden möchte ich gern mit euch teilen.

Köln 25

Die Papeterie Papelito liegt in der Zülpicher Straße, die überwiegend von Studenten bevölkert ist, zwischen zahlreichen Bars, Cafés und Kiosken. Im ersten Moment war ich richtig erschlagen von der Menge an scheinbar unendlichen Kleinigkeiten, die überall bis unter die Decke gestapelt sind und davon herunterhängen. Dann bin ich kaum wieder herausgekommen, weil ich immer mehr schöne Dinge entdeckt habe. Tinte, Stempel, Mobiles, Postkarten, Holzfiguren, Notizbücher: es ist eigentlich ein Wunder, dass ich nicht immer noch drin bin, weil ich ganz einfach die Zeit vergessen habe. Hach.

Köln 26

Siebter Himmel heißt die Buchhandlung in der Brüsseler Straße sehr treffend, in der es nicht nur Bücher zu kaufen gibt, sondern auch kleine ausgewählte Designstücke in verschiedenen Themenwelten. Es hat mir riesig viel Spaß gemacht diese Buchhandlung zu erkunden, weil sie viel größer ist als es auf den ersten Blick scheint und man immer wieder um eine Ecke herum in einen neuen Bereich kommt. Besonders die Kinder-Themenwelt ist so schön und bunt und hat mir am besten gefallen.

Das Café miss päpki am Brüsseler Platz ist so niedlich und fein, dass ich bei meinem nächsten Besuch unbedingt wieder kommen will. Am besten mit einem ganzen Vormittag Zeit, an dem ich dann alle Getränke, und Kleinigkeiten von der wechselnden Speisekarte hoch und runter probieren kann. Und dazwischen natürlich immer wieder ein Stück Kuchen!

Köln 28

Wenn man alleine in einer fremden Stadt ist, ist es gar nicht so einfach, sich zu trauen auch ins Gespräch zu kommen. War aber ganz einfach. Die Kölner sind so unfassbar nette Menschen, dass ich schon nach kurzer Zeit die fränkische Fremd-Schüchternheit abgelegt und mich sehr wohl gefühlt habe. Außerdem gibt es alleine viel zu entdecken. Man kann ganz alleine entscheiden, wie lange man wo bleiben möchte, und zum Beispiel dem Rhein von der Deutzer Seite beim Kräuseln der kleinen Wellen zusehen, während man wartet, dass es dunkel wird und die Lichter am Ufer und am Dom endlich angehen. Man muss nur nach sich selbst sehen und sich alles genau merken, damit man davon erzählen kann. Man wundert sich, dass es manchmal ganz leise ist. Und dann denkt man viel nach und kommt zur Ruhe. Man schafft Platz in Herz und Kopf für die vielen großen und kleinen Eindrücke um einen herum. Das kann sehr schön sein.

Köln 27

Nachdem ich den Dom ganz allein bezwungen habe und (nachdem sich meine Atmung wieder etwas beruhigt hat) sehr zufrieden von oben auf die kleinen Häuserdächer und Ameisenmenschen in ihren Ameisenautos geblickt habe, habe ich zum Beispiel zum ersten Mal in meinem Leben ganz alleine etwas zu Essen bestellt. Das klingt erst einmal nicht besonders außergewöhnlich, aber ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die das zuvor noch nie gemacht hat. Alleine Essen gehen. Nichts zum Mitnehmen oder im Schnellrestaurant, sondern ganz allein mit sich einem leeren Stuhl gegenüber und einer einzigen Speisekarte. Ich habe mich in der nähe des Rheinufers in einen kleinen Biergarten der Pizzeria Pinoccio gesetzt und den Gesprächen der kleinen Zweiergrüppchen gelauscht, eine Amsel beobachtet und mit dem Kellner geplaudert. Das war sehr nett und die Pizza fantastisch.

Vielleicht ist das einfach nur mein kleines Stückchen Köln, das ich dir zeige, aber vielleicht packst du dir einfach einen kleinen Koffer und fährst mal alleine ein paar Tage weg. Und lernst eine neue Stadt und dich selbst ein bisschen besser kennen.

Köln 30Die meisten meiner Hintergrundbilder für mein kleines Köln-Heftchen sind übrigens aus älteren Ausgaben der Zeitschrift  Flow. Die neue Ausgabe, die ich mir auf der Rückfahrt am Bahnhof gekauft habe, trägt passenderweise des Untertitel: Wohin gehen wir? Immer nach Hause. (Novalis) Die Flow und ich – wir verstehen uns.


Es ist Sonntag: Winter, Baby!

Ich mach dir den Winter, Baby!

Ich mach dir den Winter, Baby!

Heute hat’s geschneit! Der Herr Timo und ich sind gleich nach dem Frühstück zu einem ausgiebigen Winterspaziergang aufgebrochen, haben allerlei entdeckt und uns und alles um uns herum mit Schneebällen beworfen.

Zu sehen gab es einen echten und winzigen Schlittenhund, Puderzucker auf den Dächern der Stadt, einen ausgesprochen gut gekleideten Schneemann, das Haus, in dem Rapunzel wohnt und den Hund mit der besten Frisur des Tages.

Ich wünsche euch eine großartige neue Woche und gute Treffsicherheit beim Schneebälle werfen!

 


 

Bieg‘ mal wieder ab

Der Glubsch und sein Stadtplan

Jeden Tag gehst du deinen Weg. Und jeden Tag gehst du die gleichen Wege. Egal ob du zur Arbeit läufst, zur Haltestelle oder zum Einkaufen. Und ich sage dir jetzt was, was dir bestimmt gerade auch klar wird: du verpasst was. Du verpasst sogar alles, was nicht auf deinen alltäglichen Wegen liegt – und das ist eine ganze Menge. Wenn du manchmal einfach abbiegst, vergrößert sich die Karte in deinem Kopf und ab und zu findest du sogar etwas. Dann bist du ein Entdecker.

Heute bin ich mal wieder abgebogen. Da, wo ich sonst nie abbiege. Und ich habe nicht nur mal was anderes gesehen, sondern sogar einen kleinen Schatz gefunden. Ein Laden, der originale American Cheesecakes verkauft. Main Cake (hier in Würzburg beginnen ganz viele Namen mit Main statt mit Mein, weil die Stadt am Main liegt und das Wortspiel aus mir nicht einleuchtenden Gründen immer noch funktioniert) ist ein Café in einer winzigkleinen Gasse. Ich hatte leider keine Zeit mich selbst auf ein Stück Kuchen einzuladen, aber das hole ich definitiv dieses Wochenende nach.

Weil wir nicht mehr von unseren Wegen abweichen, gibt es sogar Apps wie Dérive oder Drift, die einem helfen, sich zu verlaufen. (Wofür gibt es eigentlich noch keine App?) Aber so einen SchnickSchnack brauchst du nicht. Das kannst du selbst. Und wenn du ein bisschen Hilfe für den Anfang brauchst, hilft die Ellen Keith aus San Francisco. Sie hat das kleine Handbuch Guide To Getting Lost geschrieben, das du dir hier kostenlos auf englisch als PDF-Datei herunterladen kannst.

So steigst du zum Beispiel in die nächste Bushaltestelle, nimmst den ersten Bus, der Richtung Innenstadt fährt, steigst nach zwölf Stationen aus, biegst dann links ab und wenn dir ein Mann mit Brille entgegenkommt, drehst du sofort um und biegst wieder in die nächste Straße links ab.

Wenn du sonst nie die dir vertrauten Wege verlässt, wirst du schnell merken, wie aufregend es ist, (d)eine Stadt ganz neu zu entdecken. Fühl dich wie Kolumbus. Das ist dein Amerika. Und mit allem, das wir neu entdecken, entdecken wir auch ein bisschen uns selbst.