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Mensch, du Fliege!

Die Fliege summt ins Schlafzimmer und ich schließe genervt die Augen und senke das Flow Ferienbuch, das mich trotz des nassen Augusts in ruhige Sommerstimmung versetzt hat. Zumindest für wenige Minuten. Sie summt im Sturzflug knapp über meinem Kopf vorbei und gibt eine Spirale über meinem Wasserglas zum Besten. Dann schwirrt sie in die Nachttischlampe und das Summen bekommt einen zusätzlichen Hall-Effekt, stoppt dann kurz und setzt wieder ein, während die Fliege mit rieselndem Staub im Schlepptau wieder herausgetaumelt kommt. „Herr Timo!“, rufe ich. „Da ist eine Fliege!“ Herr Timo ist wenig daran interessiert. Er steht am Waschbecken und putzt seine Zähne. Nun ist das so, dass ich eine Fliege durchaus selbst erledigen könnte. Der Möglichkeit halber. Aber ich bin ein Mensch, der sämtliche Insekten (außer Blutsauger) vorsichtig einfängt und draußen wieder freilässt. Eine Fliegenklatsche haben wir nicht, sondern nur einen Insektenfänger, den mir meine Eltern in weiser Voraussicht geschenkt haben, als ich von Zuhause ausgezogen bin, damit das Kind alleine klarkommt. Wer aber schon einmal versucht hat, eine Fliege nicht zu erschlagen, sondern zu …

Findus entspannt in seinem Katzenleben

Die Geschichte vom Stressless-Sessel

Vor fünf Jahren hat mein Vater sich einen sehr bequemen, sehr roten und sehr teuren Stressless-Sessel zu seinem 50. Geburtstag gewünscht. Er ist aus echtem und ganz weichem Rinderleder*, nimmt schnell Körperwärme auf und schmiegt sich an denjenigen an, der darin entspannt. Er hat eine hohe Rückenlehne, Armstützen und steht auf  einer schmalen, geschwungenen Holzkonstruktion. Sehr ergonomisch designet, sehr hübsch anzusehen. Der Stressless-Sessel wurde nach großer Bewunderung, und Probesitzen der ganzen Familie ins „Fernsehzimmer“ gestellt. Das ist der Raum, in dem — Überraschung! — ein großer Fernseher, ein größeres Sofa und eine noch größere DVD-Sammlung stehen, die jeder Videothek Konkurrenz gemacht hätte — würde es noch Videotheken geben. Mein Vater könnte am Wochenende eine eigene eröffnen und Mitgliedskarten für nostalgische Dorfbewohner erstellen. Außerdem befindet sich, sehr zum Leidwesen aller Beteiligten, auch sein Büro in diesem etwa 15m² großen Raum. Büro bedeutet in diesem Fall: ein unter Papier begrabener Schreibtisch, massenweise Ordner, die neben den DVDs in den Regalen stehen (für alle eher weniger Film interessierten Leute, könnte er Wochenzettel und Rechnungen der letzten dreißig Jahre zum Ausleihen …

Summa cum miaude

In der Universität Augsburg lebt ein rot getigerter Kater. Campus Cat gehört eigentlich einer älteren Dame, die in der Nähe des Unigeländes wohnt. Campus Cat ist mittlerweile im 15. Semester und überall unterwegs: er hängt vor der Mensa rum und schleicht durch die Bibliothek. Außerdem lässt er sich von allen Studenten streicheln und fotografieren. Es gibt unzählige Selfies mit Campus Cat und noch mehr Fotos von ihm wie er sich streicheln lässt, mit Studenten kuschelt, sich umher wälzt oder einfach irgendwo im Gras sitzt. Er hat sogar eine eigene Facebook-Seite, auf der er ’selbst‘ Beitrage verfasst und den Studenten ein schönes Wochenende wünscht. Diese Seite hat mehr als doppelt so viele Fans wie die der Universität Augsburg. Seine Hobbies sind laut ‚eigenen‘ Angaben: Studieren, Studis kennenlernen, Gestreichelt werden, Chillaxen, Flannieren und Miauen. Campus Cat ist ein Social Media Star mit Instagram-Account, der sogar schon im Fernsehen war. Und außerdem gehört ihm in der Katzenwelt quasi die gesamte Universität Augsburg.

Über Zufriedenheit

Vor einiger Zeit habe ich mich gefragt, was Glücklich-Sein eigentlich bedeutet und auch, ob es nicht das gleiche ist wie Zufrieden-Sein. Denn immer wenn ich versuche zu erklären, warum oder wann ich glücklich bin, komme ich um das Gefühl der Zufriedenheit nicht herum. Einen großen Unterschied sehe ich trotzdem zwischen dem Glück und der Zufriedenheit. An meinem Glück kann ich nichts ändern, ich kann es nicht beeinflussen, nicht steuern, ich habe es nicht selbst in der Hand. Ob ich aber zufrieden bin, liegt oft einfach nur an mir, an meiner Reaktion auf bestimmte Situationen, meinem Engagement oder meiner Zuversicht. Auch, die Zufriedenheit einfach einmal zuzulassen liegt an mir. Nichts zu tun und sich ihr hingeben ohne schon dem nächsten Projekt hinterher zu eilen oder sie gar nicht erst richtig wahrzunehmen.

Warte mal

Manche Dinge verlernt man nicht einfach so. Fahrrad fahren zum Beispiel. Oder Schwimmen. Das sagen zumindest immer alle. Ich gehe manchmal durch die Stadt und denke: eigentlich voll gut, dass ich weiß, wie man läuft. Das kann ich. Kleine Ziele muss man sich setzten. Sagen auch immer alle.

Es ist Sonntag: Als ich jung war!

Vergangene Woche war anstrengend. Sie war so anstrengend, dass ich am Samstag 14 Stunden geschlafen habe und heute schon wieder kaum aus dem Bett gekommen bin. Der Grund? Brutale Killerspiele. Nein, Scherz, aber etwas, das ganz eng damit zusammenhängt: Jugendliche Klosterschüler. Hach, ich habe heute einen witzigen Tag. Als Teamerin habe ich eine Berufsorientierung für Schüler einer 11. Klasse betreut und es hat irre viel Spaß gemacht. Ich war zwar selten am Stück so aufgeregt wie während dieser fünf Tage, aber ich würde es jetzt jederzeit wieder machen. Wenn ich ehrlich bin, vermisse ich sie auch schon ein bisschen. Ein kleines bisschen. Jedenfalls dachte ich als ich die insgesamt 80 Menschen vor mir sah, die einerseits keinen Plan haben und andererseits viel zu genau zu wissen glauben, was sie wollen, an die Zeit als ich so alt war. Ich wusste überhaupt nicht, was ich will und das weiß ich sieben Jahre später immer noch nicht! Typisch Generation Y. Und ich erinnere mich an die ganzen schrägen Dinge von früher, die für die meisten dieser sehr …