FRAU ZUNDER liest: Die Verabredung

Gestern Abend habe ich meinen Schreibtisch in ein „Aufnahmestudio“ verwandelt um endlich den Text einzulesen, nach dem ich seit Oktober gefragt werde.

Für alle Geduldigen und Ungeduldigen, für alle, die gerne Texten lauschen und für alle Linas, Sasas und Paulis gibt es die Geschichte von den zwei Freundinnen, einem kleinen Hund und der französischen Küche jetzt zum immer und immer wieder hören. Egal ob auf SoundCloud oder über YouTube. Viel Spaß!

DIE VERABREDUNG hatte ihre Prämiere am 30.10.2016 auf der Lesebühne der Infinite Monkeys im Café wunschlos glücklich in Würzburg. Da ich die Lesebühne INFINITE MONKEY mit organisiere und auch moderiere, möchte ich noch ein bisschen Werbung dafür machen. Wir sind Autor*innen, die andere Autor*innen ermutigen möchten, ihre Texte aus der Schreibtischschublade oder der Festplatte zu holen und auf unserer Bühne ohne Bewertung einem Publikum vorzutragen. Wer erst einmal in kleiner Runde lesen möchte oder einfach nur vorbeischauen will, ist immer gern zu unseren Autorentreffen eingeladen, die jeden Monat stattfinden. Schaut einfach mal auf unserer Website vorbei oder besucht uns auf Facebook. Du musst noch nichts veröffentlicht haben, um bei uns lesen zu dürfen und du musst auch kein Student sein. Alle sind herzlich eingeladen.

Wer noch mehr Informationen über die Lesebühne und die Autorentreffen möchte und auch mal in ein Autorentreffen reinhören will, hat großes Glück, denn die liebe Alessandra von egoFM hat uns erst vor ein paar Wochen interviewt und den tollen Beitrag könnt ihr unter egoFM JUNGE TALENTE nachhören.


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Alle Jahre wieder

Weihnachten, was war das noch?

Für die letzte Ausgabe des Bugles in diesem Jahr habe ich wieder eine Kolumne verfasst. Sie ist sehr hübsch weihnachtlich und weil heute Nikolaus ist, gibt es sie jetzt schon hier auf dem Blog zu lesen. 

micky-maus-weihnachten

Weihnachten steht vor der Tür. Der Kindheitsheld Rolf Zuckowski fragt auf meiner vergötterten Dezemberträume-Kasette von 1993: „Weihnachten, was war das noch?“🎶 Ja, was? Mal davon abgesehen, dass er die Frage leider nicht beantwortet, sondern sich allein der Definition der titelgebenden Dezemberträume widmet („helle Sterne in der Nacht“ und „aus Musik und Licht gemacht“), bin ich mir selbst auch nach weiteren dreiundzwanzig Jahren eindringlicher Beantwortungsversuche vieler verschiedener Menschen nicht ganz sicher.

Es scheint generell ein Problem mit der Beantwortung ganz essenzieller Fragen zu geben. Schließlich beantwortet auch Haddaway die Frage nach dem Sein der Liebe 🎶 nur mit der Bitte an sein Baby, ihn nicht mehr zu verletzen. Und mit: Yeah, yeah.
Ich weiß noch nicht, was ich davon aufschlussreicher finde. Und es ist mir immer noch ein Rätsel, warum manche Menschen nach Monty Python immer noch nach dem Sinn des Lebens fragen. Es scheint also nicht ganz einfach zu sein, dasjenige zu beschreiben, was uns als selbstverständlich erscheint.

„An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu Christi.“, sagen die Christen. „Weihnachten ist nur der fiese Plan der katholischen Kirche gewesen, um das keltische Lichterfest zu verdängen. Jesus wurde nicht mal im Dezember geboren.“, sagen dann diejenigen Menschen, die meistens auch noch gleich hinterherwerfen, dass es an Weihnachten eh nur noch um Kitsch, Konsum und Geschenke gehe. Und natürlich haben sie ziemlich Recht.
Aber nur ziemlich. Denn Weihnachten ist die Zeit, in der ich beobachte, dass sich tatsächlich etwas tut. Sei es nur der kitschigen Weihnachtsfilmen wegen, aber viele Menschen sammeln Spenden und bemühen sich wirklich nett zu sein, bevor an Weihnachten selbst dann wieder alles komplett eskaliert. Aber man bemüht sich.

Meine persönliche Definition von Weihnachten erweitert sich jedes Jahr aufs Neue. Weihnachten ist, wenn alle unter den größtmöglichen Stresszuständen versuchen, ein Fest zu feiern, höflich zu bleiben und niemanden anzubrüllen, wenn Tante Frieda findet, die Kugeln am Baum passen so gut zusammen wie ihr selbst gemachter Salat zu dem gekauften Weißbrot — nämlich gar nicht —, wenn man versucht, im Regen von Geschenkpapier und neben dem völlig verstörten Kater, der weder den geschmückten Tannenbaum markieren, noch die witzigen Bälle von den unteren Ästen schubsen darf, jemandem in Ruhe ein Geschenk zu überreichen. Weihnachten ist, sich über Socken zu freuen und abends mit roten Wangen nach dem vierten Glas Rotwein im Bett zu liegen und zu denken: „Nur noch die Feiertage. Fast geschafft.“ Weihnachten ist wie ein Schnellzug aus Lichtern, Geschenken und Knödeln mit Blaukraut.

Kuscheliges Geschenkpapier

Der Kater Findus im Karton.

Und für dich? (Rolf, das ist dein Einsatz!)

„Weihnachten, was war das noch?

Denk’ schnell noch einmal nach.

Bestimmt wird die Erinnerung

in deinem Herzen wieder wach.“

Diese Kolumne ist erschienen in The Bugle, official Newspaper of Lost&Distorted.
Ausgabe °8


 

Gudrun Sjördén Weihnachtsstern

Currywurst, Magie und ein Schloss

Während andere im November eine Erkältung verschleppen, verschleppe ich Blogbeiträge.

Vorletztes Wochenende war ich mit meiner Familie in Nürnberg und auf der Winterträume Messe in Stein im Schloss Farber-Castell. Als Mama gefragt hat, ob ich mit möchte, musste ich nicht lange überlegen: das wunderschöne Nürnberg, eine Winterweihnachtsmesse und ein ganzes Schloss für Stifte. Glücklicher kann man mich kaum machen.
Dachte ich.
Denn es gab Currywurst mit Pommes. Es gab die beste Currywurst mit Pommes.

Wurstdurst im Herzen Nürnbergs in der Luitpoldstraße hat nicht nur verschiedene Wurstsorten auf Lager, die mit unglaublich guten belgischen Pommes serviert werden, sondern auch die besten Saucen und Dips, die ich jemals zu einer Currywurst gegessen habe. Und Blaubeereistee.
Auf Empfehung meines Nürnberger Bruders gab es eine Berliner Currywurst ohne Haut mit Pommes und Mayonnaise. Weil ich mich nicht zwischen der Ananas-Mango-Curry-Variante und der Honig-Senf-Mayonnaise entscheiden konnte, habe ich von einem sehr netten und überaus verständnisvollen Mitarbeiter beide bekommen. Zum Glück! Jede hatte etwas ganz eigenes und ich kann euch gar nicht sagen, welche ich besser finde. Bei meinem Papa habe ich mir dann noch etwas von dem Pflaumenketchup ergaunert, was genauso spitze war.
Ich esse nicht oft Fleisch, aber habe mich gerne zum Probieren verführen lassen und selbst die Freundin meines Bruders, die Vegetarierin ist, kommt trotzdem gerne zum Essen, weil die Pommes so lecker sind. Ich wünschte, der Foodtruck käme auch mal nach Würzburg. Falls ihr ihn mal seht: lauft, Kinder, lauft hinterher! Es lohnt sich.

Falls ihr übrigens einmal einen Zauberer sehen solltet, lauft auch hinterher. Diesen hier habe ich mitten in der Nürnberger Altstadt entdeckt und war hin und weg. Wenn du Kinder (auch die, die noch in den Erwachsenen stecken) zum Lachen und zum Staunen bringen kannst, bist du ein Zauberer.

Wenn man mit meiner Mama in Nürnberg ist, gibt es mehrere Läden, in die man gehen muss, wenn man wieder im Auto mit nach Hause genommen werden möchte. Einer davon ist Gudrun Sjödén am Josephsplatz. Meine Mama ist wohl der einzige Mensch auf Erden, der ohne mit der Wimper zu zucken in diesem Laden leben würde. Von meinen Brüdern  wird er der Einfachheit halber nur noch „der Hippieladen“ genannt. Der Rest der Familie bewundert jedes Mal wieder, dass der mit damals zwölf Jahren Jüngste der Familie einmal drei Stunden mit im Gurdrun Sjödén Outlet saß ohne den Verstand zu verlieren.

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Auf dem Bild seht ihr übrigens ein wunderschönes Portrait der mexikanischen Malerin Frieda Kahlo, die sich die schwedische Designerin Gudrun Sjödén für ihre Kollektion als Inspiration ausgewählt hat.
Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos und vielleicht sogar ganz Lateinamerikas.
Gudrun Sjödén ließ sich bereits 2006 von Frida Kahlo zu einer besonderen Kollektion inspirieren. Die bunten Farben und Muster, die immer ein Markenzeichen der Designerin sind, passen überraschend gut mit denen der mexikanischen Malerin zusammen.

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Adventsstern von Gudrun Sjödén

Dieses Mal habe ich mir sogar auch etwas gekauft. Einen Stern, der jetzt unsere Flurlampe ist. Das kann man schon mal machen im Advent, finde ich.

Ein weiterer Lieblingsladen meiner Mama, Tante und Oma (es scheint einen Zusammenhang in der Familie zu geben) ist Grüne Erde in der Vorderen Sterngasse. Abgesehen von einem Couchtisch namens Timo und einem ganzen Sack voll Zirbelholzspähne hat mich aber nichts so sehr in Versuchung geführt es zu kaufen. Ich brauche mein Geld ja noch für die Winterträume Messe und —  wichtiger — für Stifte.

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Grüne Erde in Nürnberg

Die Winterträume Messe auf dem Gelände des Faber-Castell-Schlosses war wirklich sehr schön, aber für meinen Geschmack viel zu überfüllt. Besonders die Verkaufsräume im unteren Teil des Schlosses wurden nur so von den Besuchern überrannt, was in mir mehr Stress als weihnachtliche Gefühle ausgelöst hat. Im ersten Stock habe ich mir allerdings mit meinem Papa die beeindruckenden Wohnräume von Graf und Gräfin von Faber-Castell angesehen, in denen zum Glück nicht so viel los war, allerdings auch leider nicht fotografiert werden durfte. Bilder vom Schloss findet ihr aber hier.
Mein Highlight auf der Winterträume Messe war der Farber-Castell-Shop, der in einem eigenen kleinen Häuschen neben dem Schloss ist. Ein ganzer Laden nur mit Stiften, Farben, Kohle und allem  erdenklichen Zubehör: ein Traum! Auch die Liebe zu Zeichenzubehör und Farben liegt in meiner Malerfamilie wohl im Blut. Wir haben zusammen bestimmt soviel ausgegeben wie andere Familien für ein gutes Mittagessen in einem Restaurant.
Die kleinen Pavillons mit den Ausstellern auf dem Schlossgelände waren alle sehr liebevoll gestaltet und die Auswahl an schönen Dingen war groß. Neben Weihnachtsdekoration, Lichtern, Schmuck und Kissen gab es auch Mandelstollen, fantastisches heißes Gulasch und weißen Casteller Glühwein. Ein besonders nettes Gespräch hatte ich mit Fräulein Tapir aus Nürnberg, die einzigartigen und wunderschönen Schmuck aus Holz und Beton und zarte Halsketten und Armbänder verkauft und in der Adventszeit viel auf ganz unterschiedlichen Weihnachts- und Adventsmärkten unterwegs ist.

Ich freue mich schon sehr auf die ganzen anderen Weihnachtsmärkte, die ich dieses Jahr noch besuchen werde. Vielleicht nehme ich euch ja schon bald  wieder mit.

Momentaufnahme

Seit Mai fotografiere ich besondere Momente analog. Oder: seit Mai fotografiere ich analog und mache Momente zu etwas besonderem. Denn das schöne an Sofortbildkameras wie der Instax Mini 8 ist, dass jedes der Bilder einmalig ist.

Instax 01

Wenn ich mit der Sofortbildkamera fotografiere, mache ich nur ein einziges Bild von einem bestimmten Moment und nicht mehrere wie bei der digitalen Fotografie. Schon alleine deshalb, weil die Filme so teuer sind. Die Bilder, die dabei entstehen, kann ich sofort aufhängen oder verschenken und das Betrachten des Moments, wenn er langsam aus dem Weiß heraustritt und sich präsentiert, hat etwas Magisches.

Die Instax Mini 8 entschleunigt. Und sie macht besonders mit lieben Menschen zusammen ganz viel Spaß!
Sie war übrigens ein Geschenk vom Herrn Timo zu meinem 25. Geburtstag. Obwohl ich sie mir nicht einmal gewünscht habe. Und deshalb mag ich sie sowieso ganz besonders.


 

Balkonier

Ich bin ein guter Mensch. Ich habe immer ein Plätzchen für neue kleine Freunde frei. Besonders, wenn sie gut schmecken. Okay, das klingt schräg.

Im Frühling wird bei uns immer das zweite Wohnzimmer frei: der Balkon. Die ersten Gäste der Saison sind schon angereist und gekommen um zu bleiben.
Ich bin leider kein besonders guter Gastgeber für alles was wächst und blüht und sich nicht lautstark bemerkbar macht, wenn es etwas von mir möchte. Keine besonders gute Voraussetzungen für einen Balkon voller netter Mitbewohner. Deshalb habe ich mich für verschiedene Kräuter in den Blumenkästen entschieden – denn an die denke ich beim Kochen von selbst. Zwei Tage lang habe ich über Kräuter und ihre Vorlieben recherchiert, die perfekten Nachbarn ausgesucht und extra Kräutererde zum Wohlfühlen gekauft. Um aber ganz sicher eine feste Bindung zu ihnen aufzubauen, haben sie auch gleich einen Namen bekommen. Darf ich bekanntmachen?

Die Balkonier: Rosi, Bastian, Peter, Schnitti, Thymmi, Olli und Minzi.

Gute Freunde und gutes Essen: perfekt!


Kaffee Olé

Kaffee2

Es gibt sie ja: diese Goldstücke in unseren Städten. Die kleinen Läden und Cafés, Restaurants oder Kinos. Diesen August waren der Herr Timo und ich am Bodensee und haben einen herrlichen Nachmittag im wunderschönen Café Pop – der Kaffeeladen in Meersburg verbracht. Es gab Kuchen, Smoothies aus Früchten unserer Wahl, selbstgemachte Limonade und noch mehr Kuchen (der Karottenkuchen war so gut, dass ich ihn gleich zwei mal bestellt habe). Das besondere an diesem Café war nicht nur die stilvolle und moderne Einrichtung oder die lieben Mädels, die hinter der Theke noch Änderungswünsche bezüglich meiner Obstauswahl im Smoothie entgegengenommen haben, sondern der charmante kleine Laden, der in das Café integriert war. Nachdem mir der Herr Timo gesagt hatte, ich dürfte mir etwas kleines aussuchen, habe ich erst einmal lange vor den Regalen gestanden und dann zwei Kaffeeschalen von Bloomingville mitgenommen.

Kaffee3Kaffee Olé

Bis jetzt hatte ich das Kapitel Neue-Kaffee-Accesoires erst einmal abgehakt. Bis jetzt. Denn ich habe ein neues Goldstück bei mir zu Hause in Würzburg entdeckt. Die Pampelmuse ist ein neuer und ganz feiner Laden mit Wohnideen, Besonderheiten und SchnickSchnack, aber vor allem mit Herz. Und ich habe dort die perfekte Kaffeedose entdeckt. Nicht nur, dass sie meine erste Kaffeedose und alles besser als Kaffee aus der langweiligen Kaffeetüte ist, nein, sie ist auch noch wunderschön und passt perfekt zu meinen Kaffeeschalen. Das muss Schicksal sein.

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Holly Jolly Christmas

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Es ist November und das bedeutet, dass ich offiziell mit der Weihnachtseuphorie beginnen kann ohne mit Kopfschütteln und verdrehten Augen bedacht zu werden, wie wenn ich im August Rudolph the Red-Nosed Reindeer singe. Bis zum Schluss. Mit allen Rentiernamen.

Ich liebe Weihnachten. Und deshalb freue ich mich auch so über alle Dinge, die die Weihnachtszeit so mit sich bringt. Ab Ende August, wenn es wie jedes Jahr die ersten Lebkuchen zu kaufen gibt und unter Freunden und Familie der altbekannte Endaugusttenor anklingt („Das wird auch jedes Jahr früher!“ oder „Zu meiner Zeit…“), schleiche ich um die immer mehr werdenden Weihnachtsaufsteller in Kaufhäusern und Drogerien herum und mahne mich selbst: Noch nicht! Du verdirbst dir die ganze Vorfreude!

Deshalb warte ich so sehnsüchtig auf den November, weil ich mir dann fast zwei Monate lang die volle Weihnachtsdosis verabreichen kann. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Und damit die Lebkuchen und Dominosteine noch besser schmecken und es der heiße Tee einem noch wärmer ums Herz werden lässt, habe ich mein perfektes Adventsgeschirr bei Butlers gefunden. Der Weihnachtsmann auf der Tasse ist so amerikanisch, das man fast Cola aus ihr trinken könnte und der Teller sieht aus wie ein riesiges Erbeersahnebonbon. Also Hohoholly Jolly! Wenn das mal kein Weihnachten wird.

Und falls du jetzt auch in Holly-Jolly-Christmas-Stimmung bist, habe ich jetzt schon ein vorweihnachtliches Geschenk für dich.

Holly Jolly 1ZunderHolly Jolly Christmas 3Holly Jolly Christmas 2

(Der Blog ist ja noch in seiner Aufbauphase, aber falls das hier jemand vor Heiligabend liest: Wann fängst du an mit deiner ganz persönlichen Adventszeit und freust du dich auf Weihnachten?)