Gudrun Sjördén Weihnachtsstern

Currywurst, Magie und ein Schloss

Während andere im November eine Erkältung verschleppen, verschleppe ich Blogbeiträge.

Vorletztes Wochenende war ich mit meiner Familie in Nürnberg und auf der Winterträume Messe in Stein im Schloss Farber-Castell. Als Mama gefragt hat, ob ich mit möchte, musste ich nicht lange überlegen: das wunderschöne Nürnberg, eine Winterweihnachtsmesse und ein ganzes Schloss für Stifte. Glücklicher kann man mich kaum machen.
Dachte ich.
Denn es gab Currywurst mit Pommes. Es gab die beste Currywurst mit Pommes.

Wurstdurst im Herzen Nürnbergs in der Luitpoldstraße hat nicht nur verschiedene Wurstsorten auf Lager, die mit unglaublich guten belgischen Pommes serviert werden, sondern auch die besten Saucen und Dips, die ich jemals zu einer Currywurst gegessen habe. Und Blaubeereistee.
Auf Empfehung meines Nürnberger Bruders gab es eine Berliner Currywurst ohne Haut mit Pommes und Mayonnaise. Weil ich mich nicht zwischen der Ananas-Mango-Curry-Variante und der Honig-Senf-Mayonnaise entscheiden konnte, habe ich von einem sehr netten und überaus verständnisvollen Mitarbeiter beide bekommen. Zum Glück! Jede hatte etwas ganz eigenes und ich kann euch gar nicht sagen, welche ich besser finde. Bei meinem Papa habe ich mir dann noch etwas von dem Pflaumenketchup ergaunert, was genauso spitze war.
Ich esse nicht oft Fleisch, aber habe mich gerne zum Probieren verführen lassen und selbst die Freundin meines Bruders, die Vegetarierin ist, kommt trotzdem gerne zum Essen, weil die Pommes so lecker sind. Ich wünschte, der Foodtruck käme auch mal nach Würzburg. Falls ihr ihn mal seht: lauft, Kinder, lauft hinterher! Es lohnt sich.

Falls ihr übrigens einmal einen Zauberer sehen solltet, lauft auch hinterher. Diesen hier habe ich mitten in der Nürnberger Altstadt entdeckt und war hin und weg. Wenn du Kinder (auch die, die noch in den Erwachsenen stecken) zum Lachen und zum Staunen bringen kannst, bist du ein Zauberer.

Wenn man mit meiner Mama in Nürnberg ist, gibt es mehrere Läden, in die man gehen muss, wenn man wieder im Auto mit nach Hause genommen werden möchte. Einer davon ist Gudrun Sjödén am Josephsplatz. Meine Mama ist wohl der einzige Mensch auf Erden, der ohne mit der Wimper zu zucken in diesem Laden leben würde. Von meinen Brüdern  wird er der Einfachheit halber nur noch „der Hippieladen“ genannt. Der Rest der Familie bewundert jedes Mal wieder, dass der mit damals zwölf Jahren Jüngste der Familie einmal drei Stunden mit im Gurdrun Sjödén Outlet saß ohne den Verstand zu verlieren.

nurnberg187

giphy
Auf dem Bild seht ihr übrigens ein wunderschönes Portrait der mexikanischen Malerin Frieda Kahlo, die sich die schwedische Designerin Gudrun Sjödén für ihre Kollektion als Inspiration ausgewählt hat.
Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos und vielleicht sogar ganz Lateinamerikas.
Gudrun Sjödén ließ sich bereits 2006 von Frida Kahlo zu einer besonderen Kollektion inspirieren. Die bunten Farben und Muster, die immer ein Markenzeichen der Designerin sind, passen überraschend gut mit denen der mexikanischen Malerin zusammen.

_dsc0101

Adventsstern von Gudrun Sjödén

Dieses Mal habe ich mir sogar auch etwas gekauft. Einen Stern, der jetzt unsere Flurlampe ist. Das kann man schon mal machen im Advent, finde ich.

Ein weiterer Lieblingsladen meiner Mama, Tante und Oma (es scheint einen Zusammenhang in der Familie zu geben) ist Grüne Erde in der Vorderen Sterngasse. Abgesehen von einem Couchtisch namens Timo und einem ganzen Sack voll Zirbelholzspähne hat mich aber nichts so sehr in Versuchung geführt es zu kaufen. Ich brauche mein Geld ja noch für die Winterträume Messe und —  wichtiger — für Stifte.

nurnberg182

Grüne Erde in Nürnberg

Die Winterträume Messe auf dem Gelände des Faber-Castell-Schlosses war wirklich sehr schön, aber für meinen Geschmack viel zu überfüllt. Besonders die Verkaufsräume im unteren Teil des Schlosses wurden nur so von den Besuchern überrannt, was in mir mehr Stress als weihnachtliche Gefühle ausgelöst hat. Im ersten Stock habe ich mir allerdings mit meinem Papa die beeindruckenden Wohnräume von Graf und Gräfin von Faber-Castell angesehen, in denen zum Glück nicht so viel los war, allerdings auch leider nicht fotografiert werden durfte. Bilder vom Schloss findet ihr aber hier.
Mein Highlight auf der Winterträume Messe war der Farber-Castell-Shop, der in einem eigenen kleinen Häuschen neben dem Schloss ist. Ein ganzer Laden nur mit Stiften, Farben, Kohle und allem  erdenklichen Zubehör: ein Traum! Auch die Liebe zu Zeichenzubehör und Farben liegt in meiner Malerfamilie wohl im Blut. Wir haben zusammen bestimmt soviel ausgegeben wie andere Familien für ein gutes Mittagessen in einem Restaurant.
Die kleinen Pavillons mit den Ausstellern auf dem Schlossgelände waren alle sehr liebevoll gestaltet und die Auswahl an schönen Dingen war groß. Neben Weihnachtsdekoration, Lichtern, Schmuck und Kissen gab es auch Mandelstollen, fantastisches heißes Gulasch und weißen Casteller Glühwein. Ein besonders nettes Gespräch hatte ich mit Fräulein Tapir aus Nürnberg, die einzigartigen und wunderschönen Schmuck aus Holz und Beton und zarte Halsketten und Armbänder verkauft und in der Adventszeit viel auf ganz unterschiedlichen Weihnachts- und Adventsmärkten unterwegs ist.

Ich freue mich schon sehr auf die ganzen anderen Weihnachtsmärkte, die ich dieses Jahr noch besuchen werde. Vielleicht nehme ich euch ja schon bald  wieder mit.

Advertisements
Cupper Tee verschiedene Designs und verschiedene Sorten, Good Morning, Zen Balance, Keep Calm, My Time, Good Night

Tässchen Tee und Farbenspiele

Ach, wie schön. Das brauche ich!
Ich bin ein Opfer des Verpackungsdesigns. Für Menschen wie mich gibt es die schönen Schachteln und weichen Tütchen, bedrucktes Papier und flatternde Fähnchen. Ich glaube, dass wegen mir der Studiengang Verpackungsdesign niemals aussterben wird. Ich werde garantiert immer von dieser kapitalistischsten Form der Ästhetik angezogen.

„Ach, schau mal, Herr Timo, wie hübsch!“ „Ja, aber das brauchen wir doch nicht, oder?“ „Hm, nein, aber es ist doch so hübsch. Schau doch mal!“ „Ja, es ist ganz toll, aber wir kaufen heute kein Hundefutter. Wir haben keinen Hund.“
(Dieser Dialog ist frei erfunden und alle Personen, die etwas anderes behaupten sind blöd.)

So kommt es vor, dass ich schmachtend vor Regalen stehe wie vor einem Monet und gänzlich in Kontemplation versinke. Hach. Wie schön…
Ab und zu lasse ich mich sogar so sehr von der Verpackungsästhetik hinreißen, dass ich mich plötzlich mit dem Produkt vor der Kasse wieder finde. Im besten Fall handelt es sich dann natürlich um etwas, das ich tatsächlich brauche und sogar gekauft hätte, wenn es weniger schön gewesen wäre, weil es mich mit seinen inneren Werten überzeugt.
Nun ist es so, dass ich außerdem sehr gerne Tee trinke. In eine hübsche Teeverpackung bin ich also gleich doppelt verliebt und ich muss gestehen, es hat mich dieses mal gleich mehrfach erwischt. Der Verpackungsdesign-Amor hat es zu gut mit mir gemeint.

Cupper Tee aus Dorset in England und ich: das war Liebe auf den ersten Blick.

www-gifcreator-me_50nhvc

Nachdem ich mir über ein paar Wochen hinweg immer wieder eine andere Packung in mein Teeschränkchen gestellt habe und meine Lieblingssorten immer wieder nachgekauft habe, kann ich ganz ehrlich sagen, dass es sich hier nicht um eine stürmische Liebschaft, sondern womöglich sogar um eine waschechte Langzeitbeziehung handelt. Die Cupper Teesorten schmecken nämlich auch noch fantastisch, der Tee wird fair gehandelt und die Zutaten stammen aus biologischem Anbau. Schön und gut. Und bunt.

Also immer nur her damit!

www-gifcreator-me_6sxyfc


Momentaufnahme

Seit Mai fotografiere ich besondere Momente analog. Oder: seit Mai fotografiere ich analog und mache Momente zu etwas besonderem. Denn das schöne an Sofortbildkameras wie der Instax Mini 8 ist, dass jedes der Bilder einmalig ist.

Instax 01

Wenn ich mit der Sofortbildkamera fotografiere, mache ich nur ein einziges Bild von einem bestimmten Moment und nicht mehrere wie bei der digitalen Fotografie. Schon alleine deshalb, weil die Filme so teuer sind. Die Bilder, die dabei entstehen, kann ich sofort aufhängen oder verschenken und das Betrachten des Moments, wenn er langsam aus dem Weiß heraustritt und sich präsentiert, hat etwas Magisches.

Die Instax Mini 8 entschleunigt. Und sie macht besonders mit lieben Menschen zusammen ganz viel Spaß!
Sie war übrigens ein Geschenk vom Herrn Timo zu meinem 25. Geburtstag. Obwohl ich sie mir nicht einmal gewünscht habe. Und deshalb mag ich sie sowieso ganz besonders.


 

Köln, du schönes Fleckchen Erde!

[Mach doch mal Musik an! KLICK]

Letzte Woche war ich auf einer Tagung in Köln und habe mir diese wunderschöne Stadt mal genauer angesehen. Ich war sofort hin und weg.

Obwohl ich nur vier Tage lang in einer kleinen Wohnung, die ich über airbnb gebucht habe, in Köln zu Hause war, habe ich mich dort sofort wohl gefühlt.

output_UlJQf1

Besonders das Belgische Viertel im Westen der Stadt hat es mir angetan. Ein zauberhafter Laden reiht sich an den nächsten, gut gelaunte Menschen begrüßen einen sofort freundlich und laden einen ein hereinzuschauen, zu stöbern und sich umzusehen. Ich habe selten so viele gelungene Entwürfe von Arbeitsplatz und Design, Konzept und Herzblut gesehen. Ein paar dieser Läden möchte ich gern mit euch teilen.

Köln 25

Die Papeterie Papelito liegt in der Zülpicher Straße, die überwiegend von Studenten bevölkert ist, zwischen zahlreichen Bars, Cafés und Kiosken. Im ersten Moment war ich richtig erschlagen von der Menge an scheinbar unendlichen Kleinigkeiten, die überall bis unter die Decke gestapelt sind und davon herunterhängen. Dann bin ich kaum wieder herausgekommen, weil ich immer mehr schöne Dinge entdeckt habe. Tinte, Stempel, Mobiles, Postkarten, Holzfiguren, Notizbücher: es ist eigentlich ein Wunder, dass ich nicht immer noch drin bin, weil ich ganz einfach die Zeit vergessen habe. Hach.

Köln 26

Siebter Himmel heißt die Buchhandlung in der Brüsseler Straße sehr treffend, in der es nicht nur Bücher zu kaufen gibt, sondern auch kleine ausgewählte Designstücke in verschiedenen Themenwelten. Es hat mir riesig viel Spaß gemacht diese Buchhandlung zu erkunden, weil sie viel größer ist als es auf den ersten Blick scheint und man immer wieder um eine Ecke herum in einen neuen Bereich kommt. Besonders die Kinder-Themenwelt ist so schön und bunt und hat mir am besten gefallen.

Das Café miss päpki am Brüsseler Platz ist so niedlich und fein, dass ich bei meinem nächsten Besuch unbedingt wieder kommen will. Am besten mit einem ganzen Vormittag Zeit, an dem ich dann alle Getränke, und Kleinigkeiten von der wechselnden Speisekarte hoch und runter probieren kann. Und dazwischen natürlich immer wieder ein Stück Kuchen!

Köln 28

Wenn man alleine in einer fremden Stadt ist, ist es gar nicht so einfach, sich zu trauen auch ins Gespräch zu kommen. War aber ganz einfach. Die Kölner sind so unfassbar nette Menschen, dass ich schon nach kurzer Zeit die fränkische Fremd-Schüchternheit abgelegt und mich sehr wohl gefühlt habe. Außerdem gibt es alleine viel zu entdecken. Man kann ganz alleine entscheiden, wie lange man wo bleiben möchte, und zum Beispiel dem Rhein von der Deutzer Seite beim Kräuseln der kleinen Wellen zusehen, während man wartet, dass es dunkel wird und die Lichter am Ufer und am Dom endlich angehen. Man muss nur nach sich selbst sehen und sich alles genau merken, damit man davon erzählen kann. Man wundert sich, dass es manchmal ganz leise ist. Und dann denkt man viel nach und kommt zur Ruhe. Man schafft Platz in Herz und Kopf für die vielen großen und kleinen Eindrücke um einen herum. Das kann sehr schön sein.

Köln 27

Nachdem ich den Dom ganz allein bezwungen habe und (nachdem sich meine Atmung wieder etwas beruhigt hat) sehr zufrieden von oben auf die kleinen Häuserdächer und Ameisenmenschen in ihren Ameisenautos geblickt habe, habe ich zum Beispiel zum ersten Mal in meinem Leben ganz alleine etwas zu Essen bestellt. Das klingt erst einmal nicht besonders außergewöhnlich, aber ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die das zuvor noch nie gemacht hat. Alleine Essen gehen. Nichts zum Mitnehmen oder im Schnellrestaurant, sondern ganz allein mit sich einem leeren Stuhl gegenüber und einer einzigen Speisekarte. Ich habe mich in der nähe des Rheinufers in einen kleinen Biergarten der Pizzeria Pinoccio gesetzt und den Gesprächen der kleinen Zweiergrüppchen gelauscht, eine Amsel beobachtet und mit dem Kellner geplaudert. Das war sehr nett und die Pizza fantastisch.

Vielleicht ist das einfach nur mein kleines Stückchen Köln, das ich dir zeige, aber vielleicht packst du dir einfach einen kleinen Koffer und fährst mal alleine ein paar Tage weg. Und lernst eine neue Stadt und dich selbst ein bisschen besser kennen.

Köln 30Die meisten meiner Hintergrundbilder für mein kleines Köln-Heftchen sind übrigens aus älteren Ausgaben der Zeitschrift  Flow. Die neue Ausgabe, die ich mir auf der Rückfahrt am Bahnhof gekauft habe, trägt passenderweise des Untertitel: Wohin gehen wir? Immer nach Hause. (Novalis) Die Flow und ich – wir verstehen uns.


Vor 100 Jahren

Es ist der 18. Januar 1916. Emilie hat von ihrer Tante Karoline ein Poesiealbum zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ihr Lehrer hält es in den Händen, er schreibt ihr ein Gedicht hinein und sucht eine hübsche Oblate mit einem Engel für sie aus.

Es ist der 18. Januar 2016. Ich habe von meinem Opa Willi vor zwei Jahren Emilies Poesiealbum zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ich halte es in den Händen, lese das Gedicht, dass ihr Lehrer vor genau 100 Jahren hineingeschrieben hat und bin verwundert, weil die Oblate immer noch so wunderschön ist, obwohl der Klebstoff schon lange nicht mehr hält und ein Fuß abgerissen (aber im Buch aufbewahrt worden!) ist.

Poesiealbum 18.01.1916 3

Die Oblaten oder auch Glanzbilder gibt es immer noch zu kaufen. Die Motive von damals finde ich unbeschreiblich schön.

Ich bin eine leidenschaftliche Schatzsucherin und mir außerdem sehr sicher, dass ich das von meinem Opa Willi habe. Das Poesiealbum von Emilie hat er nämlich zusammen mit zwei anderen Poesiealben auf einem Flohmarkt oder in einer Schublade auf dem Sperrmüll gefunden.
Die Einträge sind zum Großteil in Sütterlin geschrieben – das ist die alte deutsche Schrift, die 1911 entwickelt und ab 1920 die bis dahin verwendete deutsche Kurrentschrift abgelöst hat.

Ich finde, die Schrift ist schwer zu lesen, aber mit einem Alphabet vor sich, geht es nach einiger Zeit ganz gut. Also habe ich das Gedicht von Emilies Lehrer für euch „übesetzt“.
Das einzige, was ich nicht sicher entziffern kann, ist sein Nachname; ich denke aber, der Herr Lehrer heißt G. Lautermann.

Poesiealbum 18.01.1916 2

Bleibe stets ein gutes Kind!

Bleibe stets ein gutes Kind,
Deiner Eltern Lust und Wonne,
Fromm, wie es die Englein sind!
So lacht dir des Himmels Sonne,
So lacht dir die selge Ruh
Von den Engeln droben zu.

Ingelfingen, den 18. Januar 1916 
Zur Erinnerung an deinen Lehrer G. Lautermann

Diese Dinge – materiell wie Emilies Album, oder immateriell wie die Sütterlinschrift – faszinieren mich. Ich stelle mir vor wie meine Urgroßeltern gelebt haben und fühle mich ganz klein, weil ich nur so kurz hier bin, aber auch so groß, weil all das Vergangene ein Teil von uns ist.
Lass‘ dich kurz zurückfallen in das Jahr 1916, mach dein Grammophon an und klick‘ dich durch.

Januar, Februar, März, April,…

… die Jahresuhr steht niemals still.
Bitte bei eurem Geburtstag aufstehen und winken!

Heute, am 9. Januar habe ich endlich meine Kalender einsatzfähig gemacht. Das heißt, ich habe überall alle Geburtstage eingetragen, die ich nicht vergessen darf. Ich gebe zu, ich bin ein Experte was nachträgliche Glückwünsche angeht.

Kalender, Kalender. Am liebsten hätte ich mindestens fünf, weil ich schön illustrierte Kalender einfach so gerne mag und es toll finde, dass es etwas hübsches gibt, was mich das ganze Jahr über begleiten wird. Dieses Jahr habe ich drei. Das ist okay, weil sie besonders hübsch sind. Mein Tischkalender ist aus dem Magazin Flow und sein Vorgänger schmückt meinen Schreibtisch bereits seit 374 Tagen. Das Tolle an diesem Kalender ist, dass es sehr meditativ ist, die einzelnen Kalenderblätter an der Trennkante sanft auseinanderzuratschen. Das hat so etwas von der inneren Zufriedenheit beim Luftpolsterfolie knacken lassen. Herrlich. Und es gibt gratis Konfetti! Individualisieren könnt ihr den Kalender dann mit einem schönen Band eurer Wahl. Bei mir gelbgold und glitzernd: das kann so ein Jahr immer vertragen, finde ich.

Letztes Jahr habe ich mir einen wunderschönen Kalender von Jenny aka Bär von Pappe gegönnt und ihn wirklich lieben gelernt. Er war super stabil und hatte nicht nur liebevolle Illustrationen für jeden Monat und jede Woche, sondern auch kleine Basteltipps und Rezeptideen in sich. Aber weil es diesen Kalender dieses Jahr aus einem richtigen Verlag gibt, ist er dem vom letzten Jahr sehr ähnlich und ich habe beschlossen, mal was anderes zu sehen. Dafür gibt’s bei Bär von Pappe nämlich noch viel mehr fantastische Dinge aus Papier und aus Stoff. Und dann gönne ich mir etwas anderes. Hier geht’s zu Bär von Pappe.

Bär und Pfeffer 1

Bär von Pappe und Herr Pfeffer

Bär und Pfeffer 2

Beide Kalender sind durchweg wundervoll illustriert!

Mein Taschenkalender ist dieses Jahr doppelt so groß wie letztes Jahr und von den lieben zwei Mädels aus dem Herr Pfeffer in Würzburg, an die ich in der Adventszeit fast mein ganzes Weihnachtsgeld getragen habe. Fast täglich. Ich schäme mich nicht. Dort gab es einen Adventskalender, bei dem man jeden Tag ein Zettelchen aus einem Glas ziehen durfte und ein Päckchen gewonnen hat, wenn man das Datum des jeweiligen Tages gezogen hat. Ich glaube, ich habe fünf Mal gezogen und der Herr Timo vier Mal – nichts. Kein Glück, kein Päckchen. Ich muss irgendwann den Eindruck einer süchtigen Adventskalender-Glückspielerin erweckt haben, denn als kurz vor Weihnachten immer noch nicht die 1 gezogen wurde, habe ich sie geschenkt bekommen. Und es war: Ein zuckersüßer Wandkalender, der jetzt in meiner Küche hängt.
Hier geht’s zu Herr Pfeffer.

2016 ist also auf jeden Fall auf Papier hübsch anzusehen. Und das für ganze 366 Tage!

Bieg‘ mal wieder ab

Der Glubsch und sein Stadtplan

Jeden Tag gehst du deinen Weg. Und jeden Tag gehst du die gleichen Wege. Egal ob du zur Arbeit läufst, zur Haltestelle oder zum Einkaufen. Und ich sage dir jetzt was, was dir bestimmt gerade auch klar wird: du verpasst was. Du verpasst sogar alles, was nicht auf deinen alltäglichen Wegen liegt – und das ist eine ganze Menge. Wenn du manchmal einfach abbiegst, vergrößert sich die Karte in deinem Kopf und ab und zu findest du sogar etwas. Dann bist du ein Entdecker.

Heute bin ich mal wieder abgebogen. Da, wo ich sonst nie abbiege. Und ich habe nicht nur mal was anderes gesehen, sondern sogar einen kleinen Schatz gefunden. Ein Laden, der originale American Cheesecakes verkauft. Main Cake (hier in Würzburg beginnen ganz viele Namen mit Main statt mit Mein, weil die Stadt am Main liegt und das Wortspiel aus mir nicht einleuchtenden Gründen immer noch funktioniert) ist ein Café in einer winzigkleinen Gasse. Ich hatte leider keine Zeit mich selbst auf ein Stück Kuchen einzuladen, aber das hole ich definitiv dieses Wochenende nach.

Weil wir nicht mehr von unseren Wegen abweichen, gibt es sogar Apps wie Dérive oder Drift, die einem helfen, sich zu verlaufen. (Wofür gibt es eigentlich noch keine App?) Aber so einen SchnickSchnack brauchst du nicht. Das kannst du selbst. Und wenn du ein bisschen Hilfe für den Anfang brauchst, hilft die Ellen Keith aus San Francisco. Sie hat das kleine Handbuch Guide To Getting Lost geschrieben, das du dir hier kostenlos auf englisch als PDF-Datei herunterladen kannst.

So steigst du zum Beispiel in die nächste Bushaltestelle, nimmst den ersten Bus, der Richtung Innenstadt fährt, steigst nach zwölf Stationen aus, biegst dann links ab und wenn dir ein Mann mit Brille entgegenkommt, drehst du sofort um und biegst wieder in die nächste Straße links ab.

Wenn du sonst nie die dir vertrauten Wege verlässt, wirst du schnell merken, wie aufregend es ist, (d)eine Stadt ganz neu zu entdecken. Fühl dich wie Kolumbus. Das ist dein Amerika. Und mit allem, das wir neu entdecken, entdecken wir auch ein bisschen uns selbst.

Kaffee Olé

Kaffee2

Es gibt sie ja: diese Goldstücke in unseren Städten. Die kleinen Läden und Cafés, Restaurants oder Kinos. Diesen August waren der Herr Timo und ich am Bodensee und haben einen herrlichen Nachmittag im wunderschönen Café Pop – der Kaffeeladen in Meersburg verbracht. Es gab Kuchen, Smoothies aus Früchten unserer Wahl, selbstgemachte Limonade und noch mehr Kuchen (der Karottenkuchen war so gut, dass ich ihn gleich zwei mal bestellt habe). Das besondere an diesem Café war nicht nur die stilvolle und moderne Einrichtung oder die lieben Mädels, die hinter der Theke noch Änderungswünsche bezüglich meiner Obstauswahl im Smoothie entgegengenommen haben, sondern der charmante kleine Laden, der in das Café integriert war. Nachdem mir der Herr Timo gesagt hatte, ich dürfte mir etwas kleines aussuchen, habe ich erst einmal lange vor den Regalen gestanden und dann zwei Kaffeeschalen von Bloomingville mitgenommen.

Kaffee3Kaffee Olé

Bis jetzt hatte ich das Kapitel Neue-Kaffee-Accesoires erst einmal abgehakt. Bis jetzt. Denn ich habe ein neues Goldstück bei mir zu Hause in Würzburg entdeckt. Die Pampelmuse ist ein neuer und ganz feiner Laden mit Wohnideen, Besonderheiten und SchnickSchnack, aber vor allem mit Herz. Und ich habe dort die perfekte Kaffeedose entdeckt. Nicht nur, dass sie meine erste Kaffeedose und alles besser als Kaffee aus der langweiligen Kaffeetüte ist, nein, sie ist auch noch wunderschön und passt perfekt zu meinen Kaffeeschalen. Das muss Schicksal sein.

KaffeKaffee