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Nasse Stiefel im Laub, Herbst, Bad Mergentheim

Es ist Sonntag: Im Garten

Heute war ich bei meinen Eltern zu Besuch und bin mit Stiefeln hinters Haus gestapft. Es ist Oktober. Der Nebel schleicht in die Täler, das Laub brennt feuerrot und der Ginko strahlt leuchtend in sattem Gelb. Wie sagten Sie noch gleich, Herr Mörike? Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen; bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen.                                    Eduard Mörike 1827

Vor 100 Jahren

Es ist der 18. Januar 1916. Emilie hat von ihrer Tante Karoline ein Poesiealbum zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ihr Lehrer hält es in den Händen, er schreibt ihr ein Gedicht hinein und sucht eine hübsche Oblate mit einem Engel für sie aus. Es ist der 18. Januar 2016. Ich habe von meinem Opa Willi vor zwei Jahren Emilies Poesiealbum zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ich halte es in den Händen, lese das Gedicht, dass ihr Lehrer vor genau 100 Jahren hineingeschrieben hat und bin verwundert, weil die Oblate immer noch so wunderschön ist, obwohl der Klebstoff schon lange nicht mehr hält und ein Fuß abgerissen (aber im Buch aufbewahrt worden!) ist.