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Bester Kaffee in Hamburg bei less political

Eintauchen, Abschalten, Glücklich-Sein: In Parallelwelten dem Alltag entfliehen

Parallelwelten sind hypothetische Universen außerhalb des uns bekannten und nicht wenige Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass es sie tatsächlich geben könnte. In meinem Alltag habe ich einen kleinen eigenen Platz für meine Parallelwelten geschaffen. Meine Parallelwelten sind Orte und Momente, die meistens an Orte gebunden sind, an denen ich mich, sobald ich mich dort befinde, absolut glücklich fühle. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie unvermittelt anders sind, mich aus dem Jetzt meines Alltags reißen und mich auf eine gewisse Weise, erden und zugleich beflügelnd inspirieren. In solchen Parallelwelten fühle ich eine tiefe innere Zufriedenheit und die Gewissheit, dass irgendwie alles gut werden wird.

Mensch, du Fliege!

Die Fliege summt ins Schlafzimmer und ich schließe genervt die Augen und senke das Flow Ferienbuch, das mich trotz des nassen Augusts in ruhige Sommerstimmung versetzt hat. Zumindest für wenige Minuten. Sie summt im Sturzflug knapp über meinem Kopf vorbei und gibt eine Spirale über meinem Wasserglas zum Besten. Dann schwirrt sie in die Nachttischlampe und das Summen bekommt einen zusätzlichen Hall-Effekt, stoppt dann kurz und setzt wieder ein, während die Fliege mit rieselndem Staub im Schlepptau wieder herausgetaumelt kommt. „Herr Timo!“, rufe ich. „Da ist eine Fliege!“ Herr Timo ist wenig daran interessiert. Er steht am Waschbecken und putzt seine Zähne. Nun ist das so, dass ich eine Fliege durchaus selbst erledigen könnte. Der Möglichkeit halber. Aber ich bin ein Mensch, der sämtliche Insekten (außer Blutsauger) vorsichtig einfängt und draußen wieder freilässt. Eine Fliegenklatsche haben wir nicht, sondern nur einen Insektenfänger, den mir meine Eltern in weiser Voraussicht geschenkt haben, als ich von Zuhause ausgezogen bin, damit das Kind alleine klarkommt. Wer aber schon einmal versucht hat, eine Fliege nicht zu erschlagen, sondern zu …

Findus entspannt in seinem Katzenleben

Die Geschichte vom Stressless-Sessel

Vor fünf Jahren hat mein Vater sich einen sehr bequemen, sehr roten und sehr teuren Stressless-Sessel zu seinem 50. Geburtstag gewünscht. Er ist aus echtem und ganz weichem Rinderleder*, nimmt schnell Körperwärme auf und schmiegt sich an denjenigen an, der darin entspannt. Er hat eine hohe Rückenlehne, Armstützen und steht auf  einer schmalen, geschwungenen Holzkonstruktion. Sehr ergonomisch designet, sehr hübsch anzusehen. Der Stressless-Sessel wurde nach großer Bewunderung, und Probesitzen der ganzen Familie ins „Fernsehzimmer“ gestellt. Das ist der Raum, in dem — Überraschung! — ein großer Fernseher, ein größeres Sofa und eine noch größere DVD-Sammlung stehen, die jeder Videothek Konkurrenz gemacht hätte — würde es noch Videotheken geben. Mein Vater könnte am Wochenende eine eigene eröffnen und Mitgliedskarten für nostalgische Dorfbewohner erstellen. Außerdem befindet sich, sehr zum Leidwesen aller Beteiligten, auch sein Büro in diesem etwa 15m² großen Raum. Büro bedeutet in diesem Fall: ein unter Papier begrabener Schreibtisch, massenweise Ordner, die neben den DVDs in den Regalen stehen (für alle eher weniger Film interessierten Leute, könnte er Wochenzettel und Rechnungen der letzten dreißig Jahre zum Ausleihen …

Nasse Stiefel im Laub, Herbst, Bad Mergentheim

Es ist Sonntag: Im Garten

Heute war ich bei meinen Eltern zu Besuch und bin mit Stiefeln hinters Haus gestapft. Es ist Oktober. Der Nebel schleicht in die Täler, das Laub brennt feuerrot und der Ginko strahlt leuchtend in sattem Gelb. Wie sagten Sie noch gleich, Herr Mörike? Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen; bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen.                                    Eduard Mörike 1827